Wechsel in der österreichischen Sportseelsorge

„Höher, weiter, besser, schneller….!“ Oft sind es nur Hundertstelsekunden oder gar Millimeter die am Ende entscheiden, ob man gewinnt oder verliert; ob man erster wird, oder den undankbaren vierten Platz erreicht. Immer mehr Leistungsdruck lastet auf professionellen Sportlerinnen und Sportlern, um die besten Ergebnisse zu erzielen, jedoch bedenkt man oft nicht, dass es der Einklang zwischen Körper, Geist und Seele ist, der am Ende zum gewünschten Erfolg führt.
Bereits in den 1970er Jahren erkannte das Olympische Komitee (IOC) auf Grund eines tragischen Ereignisses, dass seelsorgerische Begleitung im Sport vor allem auch bei Olympischen und Paralympischen Spielen benötigt wird und Sportlerinnen und Sportler auch in seelsorgerischen Anliegen Unterstützung brauchen. Die sogenannte „Sportseelsorge“ ist eine Seelsorgetätigkeit für Sportlerinnen und Sportler, vor allem für Leistungs- und Spitzensportlerinnen und -Sportler.
„Als Sportseelsorger habe ich seit 2014 an fünf olympischen und paralympischen Spielen teilgenommen, viele schöne Erlebnisse gehabt und viel Offenheit für die Seelsorge erlebt. Neben der Heiligen Messe, vielen Gesprächen und auch Firmungen, gehörte das Mitfiebern und Anfeuern und das Miterleben großer Emotionen dazu. Als Seelsorger ist man den Menschen nahe“, so Pater Dr. Johannes Paul Chavanne, der nach langjähriger Tätigkeit dieses Amt zurücklegen musste.
„Im Mai diesen Jahres wurde ich im Stift Heiligenkreuz mit einer neuen verantwortungsvollen Aufgabe betraut: ich bin jetzt der Prior in unserem Haus. Mitverantwortlich für fast 100 Mönche, 25 Pfarren und die Hochschule Heiligenkreuz. Nach fast 10 Jahren muss ich daher – mit einem weinenden Auge – meine Tätigkeit als Olympia- und Paralympic-Seelsorger aufgeben. Ich bleibe aber der Welt des Sportes weiter eng verbunden und freue mich, dass ein guter Nachfolger gefunden wurde“, so Pater Johannes Paul Chavanne.

Seelsorge und christliche Werte

Sport bringt Menschen auf unterschiedliche Art und Weise zusammen. Als Land, Team, oder als einzelner Fan, der mit seinem Lieblingsathleten mitfiebert, lacht oder weint. Sportlerinnen und Sportler sind auf Grund ihrer Konsequenz, ihrem Ehrgeiz aber vor allem auch auf Grund ihrer Zielstrebigkeit und der Liebe zu dem, was sie tun, ein Vorbild für viele andere Menschen. „Als von der österreichischen Bischofskonferenz nominierter Sportbischof ist es mir nicht nur wichtig, dass Sportlerinnen und Sportler seelsorgerisch begleitet und unterstützt werden, sondern dass auch ein christliches Menschenbild vermittelt wird, denn auch unsere christlichen Werte zeigen vor allem Solidarität, Respekt, Integration und Toleranz“, so Bischof Schwarz.

Neuer Sportseelsorger für Olympische und Paralympische Spiele

Auf Grund des Rücktritts von Pater Johannes Paul Chavanne wurde im Gremium der Österreichischen Bischofskonferenz ein Nachfolger nominiert.
Mag. Johannes Lackner, Priester der Erzdiözese Salzburg, wird künftig das Amt des Seelsorgers für Olympische und Paralympische Spiele übernehmen. Der 27-jährige Tiroler, der derzeit als Kaplan im Lungau eingesetzt ist und an der Universität Salzburg seine Doktorarbeit schreibt, hat selbst mehr als genug Erfahrung im Sport.
„Ich freue mich sehr, dass ich dieses Amt übernehmen darf und künftig Sportlerinnen und Sportler seelsorgerisch unterstützen kann. Als gebürtiger Kitzbüheler bin ich ungemein sportbegeistert. Ich bin leidenschaftlicher Skifahrer und Mountainbiker und bin auch Mitglied im Kitzbüheler Ski Club. Die Streif kenne ich wie meine Westentasche. In meiner neuen Funktion freue ich mich auf viele spannende Gespräche, Begegnungen und Emotionen. Ich hoffe, dass es mir gelingt, die Tür zur Seele und hoffentlich auch zum Himmel offen zu halten – vor allem dort, wo der sportliche Leistungsdruck auf die Athletinnen und Athleten immer größer wird“, so Lackner.

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