Fotocredit: ©ÖPC/GEPA-pictures

 

 

 

 

 

Walter Ablinger verkündet sein Karriereende

15. Mai. 2024

„Was macht Walter?“, fragte Walter Ablinger in den letzten Monaten immer wieder. Bislang hatte die Antwort immer gelautet: Er macht weiter und will es noch einmal zu den Paralympischen Spielen schaffen. Jetzt zieht der 55-jährige Oberösterreicher jedoch überraschend einen Schlussstrich und beendet seine Karriere.

„Meine Zeit ist vorbei, ich werde die Bühne verlassen“, so Ablinger zu den „Oberösterreichischen Nachrichten“. „Nach den jüngsten Ergebnissen war es für mich Zeit, die Dinge zu hinterfragen. Beim Weltcup in Belgien hab ich mich am Start gut gefühlt, nach einer halben Stunde war ich hinter der Spitze in der dritten Gruppe mit irgendwelchen Leuten unterwegs, am Ende bin ich gegen einen Venezolaner um Platz 34 gesprintet und hab verloren. Das ist nicht mein Anspruch. Ich fahre jetzt nicht nach Italien, um Fünfunddreißigster zu werden“, erklärt er seinen Verzicht auf den Weltcup in Maniago, wo es um wichtige Punkte gegangen wäre.

Die Gründe für seinen Rücktritt liegen auf der Hand: „Wenn ich realistisch bin, dann bin ich seit meinem Trainingsunfall nach den Paralympics in Tokio nicht mehr so richtig in Fahrt gekommen. Mein Körper ist nicht mehr bereit, sich alles das gefallen zu lassen, was ich ihm in den letzten Jahren abverlangt habe.“

Eine Qualifikation für die Paralympics in Paris wäre schwierig geworden, Ablinger verzichtet auch auf die WM in Zürich. „In Zürich wollte ich mich mit Pauken und Trompeten verabschieden, aber jetzt wird’s eben ein Abschied auf leisen Rädern. So ist es halt, obwohl ich mich im Winter noch nie so hart auf eine Saison vorbereitet habe, wie heuer. Ich war auf Trainingslager in Dubai, auf Fuerteventura, habe 9500 Kilometer absolviert. Aber es hilft nix, wenn dir dein Körper sagt: ‚Jetzt ist Schluss.‘ Solche Momente gab es zwar vorher auch schon, aber erstmals ist jetzt auch mein Kopf so weit, das zu akzeptieren.“

Welche Emotionen ihn begleiten? „Da gibt es drei Bereiche: Die Ehrfurcht, dass ich im Gegensatz zu einigen meiner Weggefährten meine Karriere überleben durfte. Dann die Dankbarkeit dafür, dass ich eine schöne Zeit hatte und so erfolgreich sein konnte. Und schließlich die Zuversicht, dass ich jetzt das Glück habe, meine Zukunft selbst zu gestalten.“

Ein Ziel hat Ablinger in diesem Jahr noch: „Im Herbst werde ich noch beim New York Marathon starten, aber das wird ein Genussprojekt und kein Leidensweg mehr sein.“

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