Veronika & Elisabeth Aigner: Das Power-Duo als Paralympics-Wundertüte

Vor einem Jahr sah die Welt von Veronika Aigner noch ziemlich düster aus. Das Paraski-Ass kommt im Februar 2021 beim Abfahrtstraining in Saalbach schwer zu Sturz und erleidet dabei folgenschwere Verletzungen: Kreuzband und Meniskus in beiden Beinen gerissen.

„Es hat damals geheißen, dass es ca. zehn Monate dauern wird, bis ich wieder auf den Skiern stehen kann“, erinnert sich die Seriensiegerin zurück. Die Genesung läuft allerdings gut und so steht sie gemeinsam mit Schwester Elisabeth, die als Guide fungiert, schon im Herbst wieder auf den Brettern.

Autounfall kurz vor dem Comeback

Aber just als die Schwestern dabei sind, Ende November ihr Comeback zu feiern, ereilt sie der nächste Rückschlag: Die beiden werden in einen Autounfall verwickelt, als ein ungarischer Autofahrer bei Gröbming (Steiermark) mehrere Fahrzeuge im Überholverbot überholt und frontal mit dem Auto von Veronika und Elisabeth Aigner kollidiert. Elisabeth erleidet dabei zahlreiche Blutergüsse und Prellungen sowie eine Quetschung im Bein und muss im Spital behandelt werden. Ein Schutzengel verhindert eine größere Tragödie, der Traum von den Paralympics scheint aber zu platzen.

„Als es Lisi wieder besser ging, kamen natürlich sofort die Gedanken, ob sich das alles bis Peking ausgeht“, gesteht Veronika. Zum Glück geht sich alles aus und so kommt es, dass die beiden Schwestern ausgerechnet bei den Paralympics ihr erstes Saisonrennen bestreiten. „Es ist schon ein großes Kribbeln da, weil es unsere ersten Paralympics bzw. unser erstes Großereignis ist. Wir wissen noch nicht genau, was uns erwarten wird. Und auch nicht, wo wir stehen, weil wir ja in dieser Saison noch kein Rennen gefahren sind“, sagt Elisabeth.

Verletzungspause hatte auch positive Seiten

Gerade dieser Umstand könnte aber auch zum Vorteil werden, da aufgrund des gebrauchten 2021er-Jahres nicht allzu viel vom Erfolgsduo erwartet wird. Von einem gebrauchten Jahr wollen die Schwestern aber ohnehin nicht sprechen, da sie auch die positiven Aspekte aus der langen Verletzungspause sehen. „Wir sind seit meinem zweiten Lebensjahr eigentlich ständig gemeinsam unterwegs gewesen. Daher war es auch ganz gut, dass wir vom Skifahren einmal etwas abschalten konnten. Mir hat der Neustart jedenfalls gutgetan“, sagt Veronika.

Auch Elisabeth pflichtet ihrer 19-jährigen Schwester bei: „Eigentlich haben wir ein Jahr verloren, aber doch auch etwas gewonnen: Wir konnten beide einmal alleine trainieren. Ich habe die Zeit genützt, um an den Feinheiten zu arbeiten. Für die Details nimmt man sich im stressigen Alltag meistens nie Zeit.“

Karriere-Ende mit 27?

Apropos Zeit: Die ist ohnehin etwas begrenzt, da nicht sicher ist, wie lange das Duo noch auf den Skipisten dieser Welt unterwegs ist. Denn Veronikas Karriereplan sieht eigentlich vor, ihre Skier mit 27 an den Nagel zu hängen. „Das mit 27 war eine grobe Schätzung“, lacht die Niederösterreicherin. „Irgendwann kommen Frauen in ein Alter, in dem die Familienplanung schlagend wird. Man kann nichts Fixes sagen.“

„Eigentlich ist das von mir ausgegangen“, grätscht Elisabeth dazwischen und führt aus: „Ich will unbedingt den Hubschrauberschein machen und da gab es ein Alterslimit. Jetzt mache ich aber den Privatpiloten und habe bis 30 Zeit. Es ist ein Schritt, wo ich für mich selbst etwas machen möchte. Fürs Skifahren geht so viel Zeit drauf, da kannst du nebenbei keine Pilotenausbildung machen.“ Und eine Ski-Karriere ohne ihre Schwester kommt für Veronika nicht in Frage. Sie brauche, so Elisabeth, eine Person, der sie vertraue und die ihr die Sicherheit am Schnee gibt.

In den nächsten Jahren ist das Power-Duo jedenfalls noch gemeinsam auf den Pisten dieser Welt unterwegs und will an die Erfolge vor der Verletzungspause anknüpfen. Am liebsten schon in Peking.

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