„Wenn es was zu holen gibt, bin ich bereit!“

Kleider machen Leute, vor allem aber SpitzensportlerInnen! Knapp einen Monat vor dem Abflug zu den Paralympischen Sommerspielen nach Tokio wurden Österreichs Para-AthletInnen in der AUVA in Wien eingekleidet. Mittendrin, statt nur dabei war der Bronzemedaillengewinner der Paralympics von Rio 2016, Andreas Onea, der vor seiner vierten Teilnahme steht.

„Die Einkleidung war heute wieder grenzgenial, auch wenn sie aufgrund der Auflagen anders abgelaufen ist, als bei den letzten Paralympischen Spielen. Ich konnte den Tag trotzdem sehr genießen. Jetzt sind wir wieder toll ausgestattet sowie prima eingekleidet. Wir freuen uns, dass es in einem Monat endlich losgeht“, zeigt sich Onea während der Einkleidung begeistert. Auch wenn die Rahmenbedingungen doch etwas anders sind, der Funke ist sofort übergesprungen.

„Wir paralympischen Sportlerinnen und Sportler haben prinzipiell eine sehr gute Einstellung und können Dinge so hinnehmen, wie sie nun mal sind. Gerade in dieser Situation, wo es um die Gesundheit geht, wollen wir kein Risiko eingehen und niemanden gefährden. Es ist gut, dass die Corona-Auflagen sehr streng sind, damit können wir umgehen. Der Einkleidungstermin und die Verabschiedung sind für uns Athletinnen und Athleten trotzdem etwas sehr Besonderes“, erklärt der 29-Jährige Niederösterreicher, der neben dem Schwimmsport bereits als Moderator für den ORF tätig ist.

Toller Spirit im ÖPC-Team

Onea zählt mittlerweile zu den erfahrenen Athleten im rot-weiß-roten Team und steht den jüngeren SporterInnen jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Für den 29-Jährigen keine große Sache, vielmehr zeigt es die tolle Entwicklung der letzten Jahre. Bei seinem Debüt in Peking 2008 war der Schwimmer selbst froh, um die Unterstützung und die Tipps von Andi Vevera. „Natürlich versuche ich Tipps zu geben und meine Teamkolleginnen und -kollegen darauf vorzubereiten, was am Ende des Tages auf sie zukommen wird. Aber man muss aufpassen, dass man es nicht zu viele Ratschläge gibt. Jeder soll es genießen, voll auskosten und seine eigenen Erfahrungen machen“, erklärt Onea und ergänzt: „Es ist super zu sehen, wie sich die paralympische Bewegung in den letzten Jahren in Österreich entwickelt hat. Da hat das ÖPC einen richtig großen Beitrag geleistet. Durch verschiedene Kooperationen hat sich die Außenwahrnehmung stark verbessert und wir werden auch in der Öffentlichkeit viel besser wahrgenommen. Es ist schön zu sehen, dass sich immer mehr junge Menschen mit einem Handicap Leistungssport zutrauen und ihrem Traum nachgehen. Wir alle können sehr stolz sein, was da Positives passiert ist.“ Die Teamdynamik und der großartige Zusammenhalt zeichnen die Para-SportlerInnen seit vielen Jahren aus. Man ist sich nichts neidig und lebt nach dem Motto: „Wenn es dem Einzelnen gut geht, geht es allen gut!“

Bevor es jedoch in die finalen Vorbereitungen auf das Jahreshighlight geht, blickt Onea noch einmal auf seinen großen Tag in Rio de Janeiro zurück. „Ich habe mir viele Gedanken gemacht und es war ein richtig großer Druck auf meinen Schultern – ich hatte Angst! Der Druck war sehr unangenehm und hat vorab sehr belastet. Nach dem Wettkampf und bei der Medaillenfeier im Österreich Haus ist dann die Lockerheit wieder gekommen. Es haben so viele Leute geschrieben und das Rennen live verfolgt – einfach großartig. Wenn man den Kontrast zwischen den schwierigen Momenten und der Medaille sieht, glänzt sie gleich noch viel schöner“, erinnert sich der Niederösterreicher, der mittlerweile den MBA Business Sport & Administration an der FH Burgenland neben seiner aktiven Karriere positiv abschließen konnte.

„Wenn es was zu holen gibt, bin ich bereit!“

In Tokio will Onea sein bestes Schwimmen zeigen, hat sich aber kein konkretes Ziel gesetzt. Aufgrund der neuen Klassifizierung, die seit 2018 schleichend vonstatten gegangen ist, ist eine Prognose schwer. „Es gibt Kollegen, die haben einen halben Arm mehr – das macht es dann schwierig. Aber ich schaue nur auf mich, habe sehr gut gearbeitet und das Jahr jetzt noch einmal sehr gut für mich nutzen können. Die Qualität des Trainings war sehr hochwertig. Wir werden sehen was passiert, es gibt einige Fragezeichen. Wenn es was zu holen gibt, bin ich bereit,“ wagt der 29-Jährige, der selbst in der Klasse 8 schwimmt und sich mit den Paralympics Siegern der Klassen 9 und 10 in Tokio messen muss.

Am 20. August wird Onea sich auf den Weg nach Tokio machen. Der letzte große Trainingsblock ist nunmehr abgeschlossen. Nun gilt es dem Körper die richtige Reife zu geben. Die Trainingsumfänge werden langsam heruntergefahren, auch wenn die Intensität noch eine Zeit hochgehalten wird. Bei der Europameisterschaft und beim Weltcup in Berlin hat der Niederösterreicher bereits gezeigt, dass die Form stimmt. Mit dem Adrenalinkick, der bei den Paralympischen Spielen vorprogrammiert ist, ist eine tolle Zeit vorprogrammiert.

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