„Fühle mich geschmeichelt“

Günther Matzinger ist eines der absoluten Aushängeschilder im österreichischen Behindertensport. Schon in jungen Jahren machte der Salzburger, der seit seiner Geburt eine Dysmelie am rechten Unterarm hat, mit starken Leistungen auf sich aufmerksam. Bei den Paralympics 2008 in Peking verpasste der 34-Jährige die Podestplätze um nur wenige Hundertstelsekunden. Vier Jahre später in London 2012 war es dann aber so weit: Gold über 400 Meter mit Europarekord und 800 Meter – und das mit Weltrekord. „Ein gewaltiger Moment für mich, den ich nie vergessen werde“, erklärt Matzinger mit einem Funkeln in den Augen.

Premiere bei der vierten Teilnahme

In Tokyo wird Matzinger an seinen vierten Paralympischen Spielen teilnehmen, feiert aber trotzdem eine Premiere: Erstmals wird der Salzburger im Triathlon an den Start gehen. „Ich freue mich, dass es nun los geht. Die Einkleidung ist immer der perfekte Startschuss und man spürt als Athlet, dass man auf der Zielgeraden ist. Das Setting war erneut sehr cool und es ist immer etwas Besonderes, wenn man dann die offizielle Teamkleidung übergeben bekommt. Jetzt weiß ich, es dauert nicht mehr lange“, kann der Salzburger, der die Leinenhose in Trachtenoptik als sein persönliches Schmankerl definiert hat, seine Vorfreude nicht verstecken.

Vor knapp vier Jahren wechselte der 34-Jährige von der klassischen Leichtathletik zum Triathlon. Nach einer Adaption der verschiedenen Laufstrecken suchte Matzinger eine neue Herausforderung, die er schnell finden sollte. 2017 bereitete sich der Salzburger, der in dieser Phase mit starken Achillessehnen-Problemen zu kämpfen hatte, zwei Monate auf seinen ersten Triathlon vor und leckte sofort Blut. Ein neues Projekt wurde geboren, dass nun bei den Paralympics in Tokyo seinen Höhepunkt finden wird. „Am Anfang bin ich ohne Druck an die Sache herangegangen, aber ich habe schnell gemerkt, dass da was weiter geht. Jetzt bin ich überglücklich, dass ich mich für meine vierten Paralympischen Spiele qualifizieren konnte“, erklärt Matzinger, der den Schock nach der Verschiebung auf 2021 schnell überwunden hatte, das Extrajahr für sich nutzte und in allen drei Disziplinen einen richtigen Sprung machen konnte. Nun dauert es nur noch knapp einen Monat, bis sein nächste Karriere-Highlight über die Bühne gehen wird.

Kühlweste als Schlüssel zum Erfolg?

„Die Rahmenbedingungen werden ein großer Faktor sein. Wer mit der Hitze und der Luftfeuchtigkeit am besten umgehen kann, hat sicherlich sehr viele Vorteile. Ich werde im Rahmen der Möglichkeiten früh anreisen, damit ich mich so gut es geht anpassen werde. Mit einer Kühlweste wollen wir die Körpertemperatur um 1-2 Grad senken, damit wir „kühler“ in den Wettkampf gehen können“, verrät der Salzburger, der mit einer Anekdote aus der Vorbereitung auf Fuerteventura nachlegt: „Das war heuer sehr witzig. Ich habe mit Andi (Anm.: Onea) dort trainiert. Es schmeichelt mir, dass er behauptet, dass ich ihn über die 400 Meter deutlich hinter mir gelassen habe, aber er ist der bessere Schwimmer und das war auch in dem Fall so! Er hatte aber ein paar gute Ratschläge für mich, das hat mir sehr geholfen.“

Aktuell ist Matzinger an der fünften Position im World-Ranking. Bei einem guten Wettkampf rechnet sich der Salzburger gute Chancen aus den Paralympics-Triathlon im Mittefeld zu beenden. Doch den Kampf um die Medaille hat er nicht abgeschrieben, auch wenn es nach eigenen Angaben weit hergeholt und sehr ambitioniert ist. „Ich möchte einfach meinen besten Wettkampf abliefern, dann sehen wir was drinnen ist.“

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