Aufholjagd nach Fehlstart: Silber für Pepo Puch

Österreich jubelt bei den Paralympischen Spielen in Tokio (24. August bis 5. September 2021) über die erste Medaille. Dressurreiter Pepo Puch jubelt im Individual Test nach einem Fehlstart mit seinem Sailor’s Blue unverhofft und nach einer Zitterpartie über die Silbermedaille. Es ist bereits das fünfte paralympische Edelmetall für den in der Schweiz lebenden Steirer.

Der nach seinem Ritt zum ersten Interview in die Mixed Zone kam und um die Teilnahme in der Kür zitterte. Sein Pferd Sailor’s Blue scheute gleich bei der ersten Lektion. „Ich habe gespürt, dass irgendetwas nicht stimmt, da ist er schon weggesprungen und losgaloppiert“, musste der 55-Jährige sein ganzes Können einsetzen, um wieder auf die Linie zurückzukommen.

„Wir haben aber zum Glück sofort wieder eine Verbindung gefunden und ich konnte ihn erfolgreich beruhigen“, startete Puch, der sowohl 2012 in London wie auch 2016 in Rio de Janeiro eine Goldmedaille gewinnen konnte, die große Aufholjagd und arbeitete sich Lektion für Lektion an die Spitze. Daran konnte auch die laute Sirene eines Feuerwehrautos nichts ändern.

Mit seinen 73,441 Prozent war Puch aber nicht zufrieden, mehr noch, er war sich im ersten Moment nicht einmal sicher, ob es für die Top-8 und also das Kür-Finale am Montag reichen würde. „Als ich vom Pferd gestiegen bin, hatte ich das Gefühl, dass ich froh sein muss, wenn es für die Kür reicht. Dass es dann so ausgeht, ist natürlich wunderbar. Ich freue mich, dass es mit der Medaille geklappt hat“, musste sich der nun fünffache Medaillengewinner nur Lee Pearson auf Breezer (GBR/76,265 Prozent) geschlagen geben.

Nur ein echter Ritter war besser

„Es wäre auch ohne Fehler wahnsinnig knapp geworden! Lee hat bereits elf Goldmedaillen, ist kein Nockerl und vor allem einmal mehr sehr, sehr gut geritten“, war Puch nach dem letzten Reiter der erste Gratulant des Briten, der 2017 von Queen Elizabeth zum Ritter geschlagen wurde. Bronze ging ebenfalls an Großbritannien: Georgia Wilson und Sakura bekamen für ihre Leistung im paralympischen Viereck 72,765 Prozent.

Puch verfolgte die ReiterInnen nach ihm gemeinsam mit seinem Schwiegervater Alfred Schwarzenbach. Ohne Nervosität. „Die ist vorbei, wenn ich vom Pferd steige, weil dann kann ich nichts mehr ändern. Und als Sportler möchte ich sowieso immer mit meiner Leistung brillieren und hoffe nicht auf Fehler der anderen“, war der Vater einer Tochter einmal mehr ganz Sportsmann.

Der auch das Warten auf die Siegerehrung sportlich nahm: Die Medaillen gibt es erst um circa 23 Uhr (16 Uhr MESZ). Bitte warten hieß es auch für die Doping-Kontrolleure, die Sailor’s Blue – zur Belohnung gab es eine Handvoll Äpfel – zugeteilt waren. „Er hatte ein Riesenpech, weil er in der Box direkt gepinkelt hat. Aber leider zu früh, jetzt muss er drei, vier Stunden warten und die Doping-Kontrolleure stehen die ganze Zeit neben ihm.“

Bis zum Teambewerb am Samstag und Sonntag sollte aber auch das erledigt sein. Die Entscheidung darüber, welche drei österreichischen ReiterInnen an den Start gehen werden, fällt nach dem Ritt von Julia Sciancalepore am Freitagabend. Noch am Donnerstag sind Bernd Brugger und Valentina Strobl im Individual Test an der Reihe. Das Kür-Finale findet am Montagabend statt.

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