Kavelar: „Zur WM werden wir in Hochform sein!“

Das österreichische Paraski-Team ist fulminant in die neue Saison gestartet. Alle Zeichen stehen auf Erfolg – gut, dass es auch in diesem Jahr wieder WM-Medaillen zu gewinnen gibt. Der neue Cheftrainer Sascha Kavelar hat daran gewiss seinen Anteil – in der Saisonvorbereitung wurde an einigen Schrauben gedreht. Wir haben den Kärntner zum Interview getroffen.

Sascha, nach drei Jahren als Co-Trainer bist du im Mai zum Cheftrainer des Paraski-Teams des ÖSV aufgestiegen. Was bedeutet dir das?

Sascha Kavelar: Ich bin sehr stolz darauf, diesen Posten bekommen zu haben – es zeigt, dass mir großes Vertrauen entgegengebracht wird. Für mich war es aber zunächst besonders wichtig, dass ich ein paar Sachen ändern konnte, die in der Vergangenheit anders gemacht wurden – jeder Trainer hat eine eigene Handschrift und ich wollte dem Team meinen Stempel aufdrücken. Dabei braucht es natürlich ein gutes Trainerteam, dass wir nach Gesprächen mit der ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober und Generalsekretär Christian Scherer bewilligt bekamen.

Als ehemaliger Co-Trainer bist du für die Ski-Asse kein neues Gesicht, dennoch hat jeder Trainer, wie du bereits angesprochen hast, seinen eigenen Zugang zum Team – welche Veränderungen hast du vorgenommen?

Kavelar: Ich bin der Meinung, dass alles mit der Kommunikation mit den Athleten:innen steht und fällt. Wir befinden uns im ständigen Austausch – auch wenn wir trainingsfrei haben. Nur so können wir das Beste aus unseren Athlet:innen rausholen. Als Trainer kann ich nur die Trainingsmethoden vorgeben, habe aber kaum Einblick in die körperliche Verfassung. Deshalb ist es uns besonders wichtig, offen miteinander zu sprechen – es hat keinen Sinn zehn Trainingsläufe zu absolvieren, wenn der Körper nicht mitspielt.

Bereits am 27. November gab es mit dem Europacup-Auftakt in Mittersill den Startschuss für die Saison – und gleich die ersten Siege. Wie wichtig war der erfolgreiche Auftakt für den weiteren Saisonverlauf?

Kavelar: Nachdem die Vorbereitung gerade im Speed-Bereich aufgrund der Witterungsbedingungen mühsam war, konnten wir dem Saisonstart auf der Resterhöhe viel Positives abgewinnen. Wir konnten in allen Disziplinen um die Spitzenplätze mitfahren – ich denke, das war für die gesamte Saison sehr wichtig und bin zuversichtlich, dass wir so weitermachen können! Wir haben aber noch viel Arbeit vor uns.

Mit St. Moritz und Steinach am Brenner folgten die ersten beiden Weltcup-Stationen in diesem Winter. Auch dort gab es wieder Siege bei Damen und Herren zu bejubeln. Wie hoch sind die Leistungen der Athlet:innen bisher einzuschätzen?

Kavelar: Gerade bei den sehbehinderten Athlet:innen können wir sehr zufrieden sein – aber auch bei den stehenden Herren konnten wir schon Podestplätze ergattern und freuen uns darüber sehr. Sie spielen ihre Routine gut aus und mit den kommenden Trainingseinheiten ist sicherlich noch einiges drinnen – zur WM werden wir die Hochform erreichen.

Johannes Aigner konnte bisher jedes einzelne Rennen bei den sehbehinderten Herren gewinnen. Welchen Stellenwert hat er im Team?

Kavelar: Hansi hat sich körperlich stark gesteigert. Er ist sehr stabil geworden und ich glaube, auch deshalb läuft es so gut bei ihm. Momentan hat man das Gefühl je schwerer der Hang ist, desto leichter ist es für ihn. Seine Leistungen motivieren das gesamte Team. Man muss aber auch Matteo (Fleischmann, Guide/Anm.) hervorheben – er weiß genau, wie er ihn pushen kann und die beiden harmonieren nicht nur am Schnee sehr gut. Auch abseits der Piste verbringen die Beiden viel Zeit miteinander. Es ist wichtig, nicht nur über das gemeinsame Skifahren zu reden.

Auch der Gesamtweltcup scheint für Johannes und Veronika Aigner ein realistisches Ziel in dieser Saison zu sein. Wie schätzt du deren Chancen ein?

Kavelar: Meiner Meinung nach schaut das sehr gut aus. Wenn wir das Niveau halten können, werden wir uns den Gesamtweltcup holen. Veronika darf sich aber keine Fehler erlauben sonst schnappt sich Babsi (Barbara Aigner/Anm.) den Gesamtweltcup – sie muss wirklich gut weiterarbeiten. Das funktioniert bei uns im Team aber ausgezeichnet – die Athlet:innen motivieren einander gegenseitig und treiben sich so zu Höchstleistungen an.

Von 10.-14. Jänner geht es in Veysonnaz (CHE) in die nächste Weltcup-Runde. Was steht bis dahin noch am Programm und wie legt ihr eure Vorbereitung an?

Kavelar: Die Techniker:innen werden von 27.-29. Dezember in Tarvis (ITA) trainieren. Dort werden wir die Kooperation mit dem italienischen Team fördern – denn auch dort können wir vom Konkurrenzkampf profitieren. Im neuen Jahr trainieren wir voraussichtlich noch einmal auf der Reiteralm. Im Speed-Bereich wird auf der Planai am Timing und Selbstvertrauen gearbeitet, bevor es im neuen Jahr für drei Tage nach Cortina d´Ampezzo (ITA) geht.

Bei der Weltmeisterschaft in Spanien sind die ÖSV-Athlet:innen im engeren Favoritenkreis. Was sind dort eure Ziele?

Kavelar: Am liebsten wäre es mir natürlich, wenn alle Athlet:innen um die Medaillen mitfahren und wir in jeder Disziplin eine Medaille holen. Ich bin auch überzeugt davon, dass wir das schaffen können. Genau darauf trainieren wir hin: Am „Tag X“ da sein und das volle Potenzial ausschöpfen zu können.

Die Paralympics 2022 waren ein Meilenstein in der Paraski-Geschichte des ÖSV. Bis Mailand/Cortina dauert es noch eine Weile, dennoch: Wie wollt ihr das toppen?

Kavelar: Ich glaube wenn alle Sportler:innen fit bleiben können wir das toppen. Gerade für Babara und Elina (Stary/Anm.) waren es die ersten Spiele – und vieles war neu. Auch bei den stehenden Herren sehe ich starkes Potenzial: Wenn wir uns bis zur WM noch weiterentwickeln können, wird auch mit Thomas Grochar, Markus Salcher und Nico Pajantschitsch in den Medaillenrängen zu rechnen sein. Wenn wir so weitermachen wie bisher können und werden wir es schaffen!

 

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