Christoph Schneider: Auf den Spuren seines Onkels

Fast ein wenige sprachlos wirkte Para-Skifahrer Christoph Schneider während der offiziellen Einkleidung am vergangenen Mittwoch in der Red Bull Arena. „Unfassbar was wir da alles bekommen haben – es sind viele megacoole Sachen dabei. Somit nehmen wir die kommenden Paralympischen Spiele nicht nur stylisch in Angriff, sondern der Tragekomfort könnte auch nicht besser sein“, berichtet der Salzburger.

Nachdem Schneider 2018 die Paralympics in Pyeongchang aufgrund einer Kreuzbandverletzung kurzfristig versäumt hat, soll nun in Peking der Lebenstraum mit vierjähriger Verspätung in Erfüllung gehen. Doch ganz so klar war das lange nicht. Nach einer zweiten Kreuzbandverletzung und langer Verletzungspause stand Ende 2021 eine weitere Operation im Raum, die den Traum auch 2022 hätte zerplatzen lassen. „Ich war echt schon verzweifelt, denn es sah lange nach einer weiteren Operation aus“, schilderte der 29-Jährige die bangen Momente, die nicht nur körperlich, sondern auch mental eine große Herausforderung waren.

In den letzten vier Jahren ist der Salzburger reifer und geduldiger geworden und kann sein ganzes Sportlersein mehr schätzen. Während er früher oft mit dem Kopf durch die Wand wollte, kann er das Leben und seinen Sport jetzt mehr genießen und weiß es besser einzuordnen. Auch wenn die Saison bislang nicht ganz wie geplant verlaufen ist, ist er für das bevorstehende Highlight zuversichtlich. In den letzten Trainingseinheiten vor dem Abflug soll noch an ein paar Stellschrauben gedreht werden, damit es in Peking mit einer guten Leistung klappt. „Was drüben herausschaut, kann ich noch nicht sagen. Ich möchte meine beste Leistung zeigen. Es ist nach der Verletzung ein bisschen ein Blindflug. Aber Großereignisse haben immer wieder gezeigt, dass alles möglich ist und es Überraschungen gibt. Warum soll nicht mir eine solche gelingen?“, gibt Schneider, der in seiner Freizeit gerne saunieren geht und mit seiner Freundin in seiner Heimat Altenmarkt i.P. gerne in den Bergen unterwegs ist, interessante Einblicke in puncto Erwartungshaltung.

Auf rot-weiß-roten Para-SportlerInnen lastet bei einem Großereignis immer ein großer Druck. Für viele AthletInnen geht es in Peking nicht nur um Medaillen, sondern wollen sie ihre Sportart sowie sich selbst so gut es geht ins Rampenlicht bringen und für den Para-Sport Werbung machen. „Für ein Sportlerherz sind die Paralympics das größte, was man erreichen kann. Es ist meine erste Teilnahme und hat daher einen richtig großen Stellenwert für mich – es ist das Ziel meines Lebens. Ich freue mich schon voll und bin gespannt, was mich erwarten wird. Wir wollen die Plattform für gute Leistungen nützen und hoffen auf viel mediale Berichterstattung. Das tut unserem Sport gut“, so Schneider, der sich bei Teamkollegen Markus Salcher schon vorab ein paar Informationen geholt hat.

Für den 29-Jährigen wird bald der Traum einer Teilnahme an den Paralympischen Spielen in Erfüllung gehen. Wenn man die Vorgeschichte kennt, versteht man auch, warum es in Peking für Schneider richtig emotional werden wird. „Mein Onkel ist 2010 in Vancouver dabei gewesen, dann aber leider 2013 schon verstorben. Für mich ist es ein Traum, dass ich es jetzt auch auf diese große Bühne schaffen werde. Schade, dass er es nicht mehr miterleben konnte. Aber vielleicht schaut er von oben zu. Es macht mich wirklich sehr stolz, dass ich es nach einer langen Leidenszeit ebenfalls geschafft habe – mein Onkel würde mir auch anerkennend auf die Schultern klopfen“, so Schneider, der als geduldiger und sehr bodenständiger Mensch mit einem Drang zur Perfektion bekannt ist.

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