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„Wünsche sind für Weihnachten, aber wir leben in der Realität!“

Es war eine kurze Saison für Walter Ablinger, ja. Und jedenfalls keine alltägliche. Vier Rennen hat der Oberösterreicher 2020 bestritten – alle auf Europacup-Ebene – und vier gewonnen. Zwei in der Slowakei, zwei in Griechenland.

„Es war eine etwas andere Saison, aber eine sehr lehrreiche. Dieses Jahr 2020 hat uns gezeigt, dass in unserem Leben nichts als normal oder alltäglich bezeichnet werden kann. Jetzt sind wir alle in einer Situation, in die ich mich vor 21 Jahren (durch seinen Unfall; Anm.) unfreiwillig begeben musste. Das ist zwar nicht schön, aber wir müssen als Gesellschaft mit einer schwierigen Situation zurechtkommen.“

Er selbst hat sich schnell adaptiert, auf den verschiedensten Ebenen. „Ziemlich genau zu dem Zeitpunkt, als das Wintertraining auf der Rolle zu Ende ging und ich mich auf das Training im Freien freute, kam der erste Lockdown. Ich habe mich mental gesammelt, vermehrt sportpsychologische Betreuung in Anspruch genommen und mehr oder weniger freiwillig mein Training im Keller um zwei Monate verlängert“, erzählt Ablinger im Interview mit den „OÖ Nachrichten“, und dass er erst Anfang Mai auf die Straße gegangen ist.

An den Umfängen hat sich durch die Covid-19-Pandemie allerdings nur wenig geändert: der Paralympics-Sieger von 2012 hat in diesem Jahr bislang fast 1.000 Stunden trainiert.

Die biologische Uhr tickt

Alles für sein großes Ziel: die Paralympischen Spiele in Tokio. Ablinger glaubt fest daran, dass diese 2021 über die Bühne gehen, dass sie nur aufgeschoben und nicht aufgehoben sind. „Ich denke, sie werden so normal wie möglich stattfinden. Wahrscheinlich ohne oder zumindest mit sehr begrenzter Zahl an Zusehern in den Stadien und an den Wettkampfstätten. Aber die Organisatoren sind extrem um eine Durchführung bemüht.“ Nachsatz: „Es wäre weltweit ein wichtiges Zeichen für Zusammenhalt unter diesen besonderen Umständen.“

Er selbst lässt sich von der Verschiebung jedenfalls nicht aus dem Konzept bringen, größter Gegner auf der „Road to TOKYO“ ist die biologische Uhr. „Die tickt natürlich, ich werde wieder ein Jahr älter sein, muss den Körper noch ein Jahr im Leistungssportmodus halten. Sich ständig am Limit zu bewegen, um die Leistung erneut zu steigern, ist nicht gesund. Ich hoffe weiterhin, dass dadurch keine Folgeschäden entstehen.“

Ablinger weiß aber, dass er für seinen Medaillentraum ans Limit gehen muss. „Zum Zeitpunkt der geplanten Durchführung der Paralympics war ich top-fit, das haben meine Leistungswerte gezeigt. Vermutlich hätte ich heuer in TOKYO um die Medaillen mitkämpfen können. Dort möchte ich auch 2021 wieder hin.“ Aber, schickt Ablinger nach: „Wünsche sind etwas für Weihnachten, wir leben in der Realität.“

Und die bringt es auch mit sich, dass sich die Menschen in Österreich und der Welt der Corona-Situation bewusst stellen müssen. „Es wird keine Zeit nach Corona geben, nur eine Zeit mit Corona. Das müssen wir bewusst annehmen und das Beste daraus machen. Jeder von uns trägt Verantwortung – sich, seinem Umfeld und der gesamten Gesellschaft gegenüber. In erster Linie sollten wir Regelungen und Vorgaben einhalten und, vielleicht noch wichtiger, aktiv bleiben. Ein gesunder, nachhaltiger, bewegungsreicher Lebensstil wird immer wichtiger.“

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