Fotocredit: ©Jasmin Walter
Vier Duos und viel Neues bei der WM
Von 11. bis 23. August wird Aachen bei den FEI World Championships zum Mittelpunkt des internationalen Pferdesports. Österreich ist in der Para-Dressur mit vier Athlet:innen vertreten: Pepo Puch, Julia Sciancalepore, Thomas Haller und WM-Debütantin Julia Mitterhuemer gehen mit ihren Sportpartnern auf vier Beinen an den Start.
Für Pepo Puch beginnt in Aachen ein neues Kapitel seiner außergewöhnlichen Karriere. Seit 2014 gewann der Steirer bei Weltmeisterschaften fünf Silbermedaillen, diesmal betritt er jedoch Neuland: Nach seiner Reklassifizierung bestreitet der 60-Jährige erstmals ein Großereignis im Grade I. Auch mit Royale Choice bildet Puch erst seit wenigen Monaten ein sportliches Duo. Die ersten gemeinsamen Auftritte verliefen vielversprechend, beim Testevent im Frühjahr konnten die beiden bereits Erfahrungen in der WM-Arena sammeln. In Aachen hofft Puch auf den Einzug in die Kür der besten acht. „Für mich ist das wirklich ein Sprung in eine neue Dimension. Deshalb kann man vorher kaum sagen, was möglich ist.“
Reichlich Erfahrung im Grade I bringt Julia Sciancalepore mit. Die Kärntner Heeressportlerin belegte bei den Paralympics in Paris 2024 den fünften Platz, bei den Europameisterschaften in Ermelo 2025 folgten zwei sechste Plätze. Damit zählt sie trotz ihrer noch vergleichsweise jungen Championatskarriere bereits zu den international erfahrenen Kräften im österreichischen Aufgebot.
Für Thomas Haller ist Aachen bereits das zwölfte Großereignis seiner langen Karriere. Der sechsfache Paralympics-Teilnehmer und dreifache WM-Starter gehört seit 1998 zu den Wegbereitern der österreichischen Para-Dressur. Im Grade III geht er mit Haller’s Hermine an den Start, mit der er erst seit Oktober 2025 zusammenarbeitet. Das erste internationale Turnier bestritt das Duo im Juni 2026 in Stadl-Paura, weitere gemeinsame Erfahrung folgte in Ornago. Haller beschreibt die noch championatsunerfahrene Stute als nervenstark und bemüht, alles richtig zu machen. „Unser Ziel ist, dass wir nach jedem Bewerb sagen können: Wir haben gemeinsam das Bestmögliche getan – ganz unabhängig von den Punkten.“
Eine besondere Geschichte verbindet Julia Mitterhuemer mit ihrer siebenjährigen AWÖ-Stute Showgirl 4. Die 32-jährige Steirerin hat ihr „Herzenspferd“ selbst gezüchtet, von Beginn an begleitet und ausgebildet. Erst 2025 wagte Mitterhuemer den Schritt in den internationalen Para-Sport, bereits beim ersten internationalen Turnier in Stadl-Paura 2026 feierte das Duo einen Sieg. Nur ein Jahr nach dem internationalen Debüt folgt nun im Grade IV die erste Weltmeisterschaft. „Das ist nicht einfach nur ein Pferd. Das ist eine Lebensgeschichte. Dass ein selbst gezüchtetes Pferd auf internationaler Bühne so für einen kämpft und alles gibt, ist unbeschreiblich.“
Damit trifft in Aachen jahrzehntelange Championatserfahrung auf eine WM-Debütantin – und mehrere noch junge Partnerschaften zwischen Reiter:innen und Pferden auf die größte Bühne des internationalen Pferdesports. Für das österreichische Quartett ist die Weltmeisterschaft zugleich eine wichtige Standortbestimmung auf dem Weg zu den Paralympischen Spielen LOS ANGELES 2028.







































