Fotocredit: ©KVÖ

Plank und Zeller triumphieren in Südkorea

30. Okt. 2026

Österreichs Para-Climbing-Nationalteam überzeugte bei der World Climbing Para Series im südkoreanischen Gunsan mit einer starken Teamleistung. Angelino Zeller und Jasmin Plank feierten Siege, Markus Pösendorfer und Daniel Wiener kletterten auf Rang zwei, Lilli Marie Laschitz wurde Dritte. Linda Le Bon komplettierte das erfolgreiche Abschneiden mit Platz vier.

Vier erste und zwei zweite Plätze in der Qualifikation hatten die Erwartungen für die Finalentscheidungen bei der World Climbing Para Series in Gunsan 2026 entsprechend hochgeschraubt. Dass am Ende nicht alle Hoffnungen aufgingen, konnte die insgesamt starke Mannschaftsleistung jedoch kaum trüben. „Das war ein wildes Finale für uns, das leider nicht ganz so glücklich verlaufen ist wie die Qualifikation. Trotzdem können sich die Ergebnisse absolut sehen lassen. Wir sind mächtig stolz auf unser Team“, bilanzierte Para-Trainer Marco Lamprecht.

Zeller erneut eine Klasse für sich

Einmal mehr war auf Angelino Zeller Verlass. Der mehrfache Weltmeister ließ in der Klasse AL1 bereits in der Qualifikation nichts anbrennen und setzte sich vor seinem Teamkollegen Markus Pösendorfer an die Spitze. Auch im Finale gab sich der Steirer keine Blöße und sicherte sich mit 45+ Griffen den Sieg. Ganz zufrieden war der Routinier dennoch nicht – allerdings weniger mit seiner Leistung als mit dem Routenbau. „Von der Fitness her hätte ich noch einiges im Tank gehabt und wäre gerne weitergeklettert. Aufgrund der Wandneigung und des Routenbaus war das aber nicht möglich, weil man mit dem ganzen Körper an der Wand beziehungsweise an einem Volumen angestanden ist. Das hat mich tatsächlich geärgert. Trotzdem war es ein cooler Wettkampf und vor allem für Österreich ein sehr erfolgreicher“, erklärte Zeller.

Für einen österreichischen Doppelerfolg sorgte Markus Pösendorfer, der sich mit 41+ Griffen Silber sicherte. Der Österreicher erreichte damit dieselbe Höhe wie Pavitra Vandenhoven (BEL), hatte jedoch die schnellere Zeit auf seiner Seite und durfte sich über Rang zwei freuen.

Ebenfalls Silber gab es für Daniel Wiener. Der amtierende Europameister hatte sich in der Klasse RP2 bereits in der Qualifikation ex aequo mit dem Inder Manikandan Kumar den ersten Platz gesichert. Im Finale musste sich Wiener seinem Konkurrenten allerdings geschlagen geben. Während Kumar 32+ Griffe erreichte, kam der Österreicher auf 29 Griffe. „Ich habe schon beim Aufwärmen gemerkt, dass mein Körper von der Qualifikation, der Kälte am Vortag und der Anstrengung ziemlich erschöpft war. Ich habe alles gegeben, was möglich war, aber meine Unterarme haben relativ früh zugemacht. Natürlich hätte ich mir mehr erhofft, andererseits ist es meine erste Silbermedaille und darauf kann ich auch stolz sein. Nächste Woche gibt es in Fukuoka die nächste Chance“, erklärte Wiener, der in den letzten Tagen gesundheitlich etwas angeschlagen war.

Plank triumphiert, Laschitz holt Bronze

Bei den Damen setzte Jasmin Plank ihre beeindruckende Erfolgsserie fort. Die Tirolerin dominierte in der Klasse RP2 bereits die Qualifikation, in der sie auf beiden Routen die größte Höhe erreichte. Auch im Finale ließ sie sich nicht aus der Ruhe bringen und sicherte sich mit 29+ Griffen souverän die Goldmedaille.
Dabei hatte Plank mit den Nachwirkungen des Vortages zu kämpfen. „Ich habe die Belastung von gestern noch deutlich gespürt und hatte mit Muskelkater zu kämpfen. In der Qualifikation war es richtig kalt und ungemütlich. Umso schöner war es, dass sich die ersten Züge richtig gut angefühlt haben und ich mich gut bewegen konnte. Die Route hat uns definitiv gefordert. Ich hätte gerne noch ein bisschen mehr gezeigt, bin aber sehr glücklich, dass es für den Sieg gereicht hat“, so die Tirolerin, die nun mit Vorfreude auf den letzten Saisonbewerb blickt.

Für Lilli Marie Laschitz (B1) verlief der Wettkampf hingegen mit gemischten Gefühlen. Gemeinsam mit Guide Annika Behlen hatte sie die Qualifikation für sich entschieden und erstmals bei einem Weltcup die Führung nach der Vorrunde übernommen. Im Finale war nach 33+ Griffen allerdings Schluss. Der Sieg ging an die Japanerin Hiromi Aoki (40+), Laschitz durfte sich über Bronze freuen.

Erschwerend kam hinzu, dass es in der Schlussphase aufgrund eines technischen Problems mit dem Headset zu Kommunikationsschwierigkeiten kam. „Nach der Qualifikation war ich richtig glücklich. Im Finale hätte ich mir natürlich mehr erhofft, deshalb bin ich schon enttäuscht. Andererseits ist es immer noch ein Podestplatz und unsere erste gemeinsame Bronzemedaille. In Fukuoka bekommen wir noch einmal die Gelegenheit, es besser zu machen“, erklärte Laschitz, die erst ihren dritten Weltcup bestritt.

Ohne Medaille blieb diesmal Linda Le Bon. Die Österreicherin, die mit Guide Patrik Törnström an den Start ging, hatte in der Klasse B2 mit Rang zwei in der Qualifikation ebenfalls ihre Medaillenambitionen unterstrichen. Im Finale fand sie allerdings nicht zu ihrem gewohnten Rhythmus und musste sich mit 29+ Griffen und Platz vier begnügen. Der Sieg ging an die Britin Abigail Robinson, die als einzige Athletin ihrer Klasse die Finalroute toppen konnte.

„Gestern habe ich mich stark gefühlt und bin auch stark geklettert. Heute war ich leider schon ab dem zweiten Griff sehr unsicher. Normalerweise komme ich über das Kämpfen in meinen Rhythmus, aber dazu ist es diesmal gar nicht gekommen. Ich bin traurig, weil es einfach ein schlechter Tag war“, zeigte sich Le Bon enttäuscht.

Viel Zeit zum Durchatmen bleibt dem österreichischen Para-Team nicht. Bereits in der kommenden Woche steht der letzte internationale Bewerb des Jahres auf dem Programm. Am 5. und 6. November geht in Fukuoka (JPN) das Saisonfinale der World Climbing Para Series über die Bühne.

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