Fotocredit: ©OSV/Eva Manhart

Neue High-Tec-Prothese: ottobock stattet Andreas Onea aus

28. Juli 2026

Die Michelangelo-Prothese von Ottobock lernt dank künstlicher Intelligenz ständig dazu — und gibt dem Para-Schwimmer und mehrfachen Medaillengewinner ein Stück Selbstständigkeit zurück, das lange undenkbar war.

Auf einmal kann Andreas Onea beim Lesen die Seiten selbst umblättern. Er kann alleine kochen, die Einkäufe nach Hause tragen und gleichzeitig die Haustür aufsperren. Kleine Handgriffe des Alltags, die für den 34-Jährigen jahrelang mühsam oder unmöglich waren. Onea, dem im Alter von sechs Jahren nach einem Autounfall der linke Arm amputiert werden musste, trägt seit Kurzem als erster Mensch weltweit die neue, in Wien-Simmering entwickelte Michelangelo-Prothese von ÖPC-Partner ottobock. Für den Para-Schwimmer und ORF-Moderator hat sich damit der Alltag enorm verändert.

„Dieses Gerät ist grenzgenial, ein absoluter Gamechanger. Jeder Finger mehr zählt“, sagt Onea. Er steuert die mit einem speziellen Haltegurt am Körper befestigte Ellbogen- und Handprothese über Bewegungen der Brustmuskulatur, an der Elektroden angebracht sind. Die Hand lässt sich öffnen, schließen und drehen — und greift dabei stets mit der genau richtigen Dosis: Nichts wird zerdrückt, nichts geht kaputt.

Eine Prothese, die mitlernt

Verbunden ist die Prothese mit einer App am Smartphone, über die alles dokumentiert und gemessen wird. „Die Prothese lernt dank künstlicher Intelligenz mit mir mit. Es ist ein Wunderwerk der Technik“, schwärmt der Leistungssportler und bald dreifache Familienvater. Finanziert wurde das Hightech-Gerät von seiner Versicherung: „Sonst hätte ich es mir nicht leisten können.“

Dass Onea die feinen Bewegungen so schnell beherrscht, führt er auch auf sein ausgeprägtes Körpergefühl als Spitzensportler zurück: „Ich habe in relativ kurzer Zeit gelernt, sehr feine Bewegungen mit der Prothese zu machen. Darauf darf ich laut meinen Therapeuten stolz sein. Andere Menschen brauchen Monate, um so feinmotorisch agieren zu können.“

Entwickelt von einem, der weiß, worauf es ankommt

Mitentwickelt wurde „Michelangelo“ vom früheren Para-Snowboarder und gelernten Elektrotechniker Patrick Mayrhofer, dessen linke Hand nach einem Arbeitsunfall amputiert werden musste und der als erster Mensch weltweit die erste Generation der Prothese trug. „Er weiß genau, was ich brauche. Patrick und alle anderen ottobock-Mitarbeiter:innen brennen für die Sache. Mein Dank könnte nicht größer sein“, betont Onea.

 

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