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Salcher: Den größten Gegner hat er schon besiegt!

Super-G-Gesamtsieger. Sportler des Jahres. Für Markus Salcher war die vergangene Saison eine sehr erfolgreiche.

Daran wollte der Kärntner Paralympics-Sieger von 2014 anknüpfen. Wollte? Das Corona-Virus machte ihm in der Vorbereitung auf den Winter 2020/2021 einen Strich durch die Rechnung.

Aber rechtzeitig zum ersten Weltcup in der Schweiz meldet sich der 29-Jährige zurück. Im Interview spricht Markus Salcher über seinen Kampf mit dem Virus, den Weg nach Peking und er spricht über die Nachwuchsproblematik im österreichischen Ski-Team.

Markus, wir erreichen dich in Veysonnaz, wo ab Mittwoch die ersten Weltcup-Rennen über die Piste gehen. Wie ist der erste Eindruck?

Markus Salcher: Ich kenne die Strecke gut, wir waren in den letzten Jahren sehr regelmäßig hier und ich bin mit der Bären-Piste immer gut zurechtgekommen. Heuer ist sie durch den Neuschnee vom Wochenende etwas weich. Ich bin jetzt zehn Monate keine Rennen gefahren, von daher wird es interessant werden, wo ich mich einordne. Es ist aber sicher keine Saison wie jede andere …

Weil?

Salcher: Weil ich auch dieses Virus hatte, über das seit bald einem Jahr die ganze Welt spricht. Dadurch bin ich viereinhalb Wochen nicht auf Skiern gestanden, hatte keine Chance auf die ersten Rennen, habe keine Materialtests machen können. Aber zum Glück ist alles gut ausgegangen, ich rieche und schmecke wieder und bin nach einer Aufbauphase auch körperlich wieder da. Das schönste Weihnachtsgeschenk war der medizinische Check im Olympiazentrum Kärnten, bei dem alles gepasst hat. Deshalb ganz wichtig: Unterschätzt dieses Virus nicht!

Du hast die verpassten Materialtests angesprochen – wird Veysonnaz so gesehen ein Ritt auf der Rasierklinge?

Salcher: Ich muss schauen, dass ich einen Ski erwische, der mir gut zu Gesicht steht. Das ist eine Herausforderung, klar, aber trotz der Umstände ist die Vorfreude auf die ersten Rennen richtig groß. Und klar ist auch, dass ich mir selbst hohe Ziele gesteckt habe: Ich möchte vor allem in Abfahrt und Super-G wieder ganz vorne mitfahren.

Mit dem Weltcup in Saalbach und den Europacups in Abtenau und Wildschönau stehen gleich drei Heim-Rennen im Kalender. Wie sehr taugt dir das?

Salcher: Das ist natürlich lässig! Wir hatten jahrzehntelang kaum internationale Bewerbe in Österreich – und dann gleich drei, noch dazu eine Weltcup-Abfahrt in Saalbach. Ich hoffe, dass sie stattfinden kann, weil aktuell die Lifte am Zwölferkogel nicht offen sind. Vor allem aber wäre es schön, wenn Saalbach sieht, dass es sich auszahlt, auch für uns eine Weltmeisterschaft zu machen. Das wäre speziell, auch für mich. Ich bin zwar gefühlt schon ewig im Geschäft, aber eine Heim-WM fehlt mir noch.

Was geht dir durch den Kopf, wenn du hörst, dass in etwas mehr als einem Jahr die Paralympischen Winterspiele in Peking starten?

Salcher: Dass es ein sehr hartes Jahr wird. Ein Jahr, in dem du dir nichts erlauben kannst. Du musst in der Vorbereitung voll dabei sein, speziell ab August muss alles passen. Wir haben ja auch noch eine Weltmeisterschaft im nächsten Winter, da hoffe ich, dass wir die Strecken vorab ein bisschen testen können. Schade jedenfalls, dass unser Weltcup-Finale in Peking abgesagt wurde.

Wie wichtig wäre dieses paralympische Test-Event für dich gewesen?

Salcher: Heuer hätte es gut gepasst, weil wir ja vom Weltcup in Russland direkt weiter nach China geflogen wären. Und ich mache kein Geheimnis daraus, dass ich die Strecken gerne vorher gesehen hätte, wie gesteckt wird und wie die Bedingungen vor Ort sind. Und vor Sotschi und Pyeongchang habe ich mir bei den Test-Events wichtiges Selbstvertrauen geholt.

Apropos Selbstbewusstsein: wie selbstbewusst ist das Para Ski Team Austria, das ja doch in einem Umbruch steckt?

Salcher (schmunzelt): Dass wir einen Wechsel im Team hatten und nach wie vor haben sehe ich vor allem daran, dass ich mittlerweile der Erfahrenste bin. Wir haben derzeit eine sehr starke Blindentruppe, bei den Stehenden und vor allem beim Monoski müssen wir zukunftsorientierter arbeiten. Vor allem bei den Monos kommt derzeit wenig raus, das war früher anders.

Woran liegt’s?

Salcher: Natürlich an den Menschen, die in den Rehazentren arbeiten. Aber sicher auch daran, dass der Sport in den letzten Jahren noch einmal professioneller geworden ist. Dieses Leben, wochenlang auf Skiern unterwegs zu sein, in Hotels zu leben, Entbehrungen zu haben, das ist nicht jedermanns Sache. Das ist sicher mit ein Grund, warum wir unter einem akuten Nachwuchsmangel leiden. Aber Hermann Mayrhuber, unser sportlicher Leiter im ÖSV, ist dran, dass wir uns auch in diesem Bereich neu aufstellen.

Wir danken für das Gespräch.

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