Fotocredit: ©ÖPC/GEPA-pictures
Vom Stromschlag zum Snowboard-Champion
Das Österreichische Paralympische Committee (ÖPC) kooperiert mit der Universität Salzburg, unter anderem hält ÖPC-Generalsekretärin Petra Huber beim Universitätslehrgang Sportjournalismus einen Kurs. Drei der von Studierenden verfassten Artikel werden auf der ÖPC-Website veröffentlicht, dies ist einer davon.
Patrick Mayrhofer ist kein Mann der halben Sachen. Wenn er fällt, dann richtig. Und wenn er wieder aufsteht, dann mit einem Snowboard unter den Füßen und einer Mission im Herzen.
Geboren 1987 in Österreich, startete Patricks Leben recht unspektakulär – bis zu jenem schicksalhaften Tag im Jahr 2008. Ein Stromunfall veränderte alles. 15.000 Volt. Zack. Aus. Tot. Fast. Doch Patrick überlebte. Mit schweren Verbrennungen, zahlreichen Operationen und einer neuen Realität: der linken Hand beraubt, dem rechten Daumen ebenfalls.
Und jetzt? Aufgeben? Nicht mit ihm!
Was für viele das Ende bedeutet hätte, war für Patrick der Anfang von etwas völlig Neuem. Er ließ sich nicht unterkriegen. Entdeckte den Para-Sport – zunächst zum Ausprobieren, dann mit Ehrgeiz und schließlich mit beeindruckender Konsequenz. 2012 stand er das erste Mal auf einem Snowboard, und nur drei Jahre später holte er bereits WM-Gold im Banked Slalom in Kanada. Ein kometenhafter Aufstieg, der selbst erfahrene Sportjournalist:innen verblüffte.
2018: der Höhepunkt seiner sportlichen Karriere – Bronze bei den Paralympischen Spielen in Pyeongchang im Snowboardcross. Ein Rennen auf höchstem Niveau, technisch anspruchsvoll, nervenaufreibend – und Patrick mittendrin. Mit speziell angepasster Prothese, enormer Körperbeherrschung und mentaler Stärke kämpfte er sich auf das Podest und schrieb damit ein Stück österreichischer Sportgeschichte.
Doch Mayrhofer ist weit mehr als ein erfolgreicher Athlet. Er ist ein Mutmacher. Ein Motivator, der seine Erfahrungen mit anderen teilt. Als Keynote-Speaker spricht er über das Überwinden von Rückschlägen, über Resilienz, Willenskraft und das Vertrauen in sich selbst. Sein Motto:
„Nicht die Umstände definieren dein Leben – sondern wie du auf sie reagierst.“
Nach dem Karriereende 2021 hat Patrick neue Wege eingeschlagen, doch der Sport bleibt ein wichtiger Teil seines Lebens. Er engagiert sich für die Weiterentwicklung des Para-Sports, unterstützt junge Athlet:innen auf ihrem Weg und bleibt eine sichtbare Stimme für Inklusion und Barrierefreiheit – in der Öffentlichkeit, in den Medien, auf Veranstaltungen.
Auch technisch bleibt er am Puls der Zeit. Als jemand, der seine Prothesen nicht nur trägt, sondern aktiv mitgestaltet, bringt er seine praktischen Erfahrungen direkt in die Weiterentwicklung medizinischer Hilfsmittel ein. Der Zugang ist dabei klar: funktional, effizient – aber immer mit Blick auf Lebensqualität und Selbstbestimmung.
Wie die Zukunft aussieht?
Offen, spannend und voller Möglichkeiten. Ob als Coach, Unternehmer oder weiterhin als Redner – Patrick Mayrhofer bleibt ein Vorbild, das inspiriert, bewegt und zeigt, was alles möglich ist, wenn man an sich glaubt.
Mayrhofers Geschichte ist kein Märchen, sondern ein Beispiel dafür, wie man mit Mut, Disziplin und einer Portion Optimismus selbst größte Herausforderungen meistern kann. Er hat bewiesen, dass Grenzen oft nur im Kopf existieren – und dass man selbst mit den härtesten Rückschlägen Großes erreichen kann.
Seine Reise ist noch lange nicht zu Ende
Sie führt vielleicht nicht mehr über eisige Rennstrecken, aber ganz sicher weiterhin bergauf – mit klarem Blick, festem Willen und einer beeindruckenden Entschlossenheit, die weit über den Sport hinausstrahlt. Und genau deshalb bleibt sein Name in Erinnerung: als jemand, der nicht nur Spuren im Schnee hinterlassen hat, sondern auch im Denken der Menschen.
Autorin: Julia Stelzl




































