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Vom Medaillengewinner zum Chef de Mission
Patrick Mayrhofer weiß, wie sich Paralympics anfühlen. 2018 gewann er Silber im Para-Snowboard, erlebte volle Tribünen, mediale Aufmerksamkeit und jene Gänsehaut-Momente, die nur die größte Bühne im Para-Sport bieten kann. Acht Jahre später ist er wieder Teil der Paralympischen Winterspiele – diesmal in einer anderen, mindestens ebenso verantwortungsvollen Rolle: als Chef de Mission des Paralympic Team Austria.
Als Chef de Mission trägt Mayrhofer die Gesamtverantwortung für die österreichische Delegation in MILANO CORTINA 2026. Sein Fokus liegt klar auf dem Wohlbefinden der Athlet:innen. „Sie sollen sich wohlfühlen und sich voll auf ihren Sport konzentrieren können.“
Ob organisatorische Fragen, kurzfristige Änderungen im Wettkampfplan oder logistische Herausforderungen – Mayrhofer ist zentrale Ansprechperson. Durch tägliche Meetings ist er stets auf dem neuesten Stand und kann Informationen frühzeitig weitergeben. Gerade bei Paralympics, wo der Ablauf intensiver und das mediale Interesse deutlich größer ist als im Weltcup, ist das entscheidend. „Bei Weltcup-Rennen hat man ein paar Zuschauer im Ziel. Bei Paralympics ist man quasi nie unbegleitet. Das kann einen aus der Routine bringen.“
Seine Botschaft an das Team: Routinen beibehalten, den Fokus wahren – und die besonderen Momente dennoch genießen. Eröffnungsfeier, Medaillenzeremonien, die Atmosphäre im Paralympischen Dorf – „das sind Erlebnisse, die bleiben.“
Für Mayrhofer sind es bereits die dritten Spiele – einmal als Athlet, einmal beruflich mit seiner Firma Ottobock in den Service-Werkstätten vor Ort und nun erstmals in leitender Funktion. Unterschiedliche Rollen, gleicher Fokus.
Aufschwung im Para-Snowboard
In seiner Funktion als Chef de Mission hat er das gesamte Team im Blick. Sein Herz schlägt aber weiterhin für den Snowboardsport. Und dort hat sich in Österreich zuletzt spürbar etwas bewegt. Lange Zeit war Mayrhofer als erfolgreichster heimischer Para-Snowboarder oft allein im Weltcup oder bei Großveranstaltungen unterwegs. In MILANO CORTINA gehen nun gleich drei Athleten für Österreich an den Start. „Als ich die Liste gesehen habe, war ich extrem positiv überrascht. Das ist ein Lichtblick und geht definitiv in die richtige Richtung.“
Für eine Wintersportnation wie Österreich sei das ein wichtiges Signal. „Wir leben und fühlen den Ski- und Snowboardsport. Dass jetzt auch im Para-Snowboard mehr Athleten nachkommen, ist ein super Zeichen.“ Der Sport selbst ist noch jung – erst seit Sotschi 2014 paralympisch – und vielerorts noch wenig bekannt. Umso wichtiger sei Sichtbarkeit. Mehr Starter bedeuten mehr Präsenz, mehr mediale Aufmerksamkeit und im besten Fall neue Interessierte. „Wenn jemand zuschaut und sich denkt: Ich habe eine Prothese oder eine Einschränkung, ich würde das gerne probieren – dann soll er oder sie sich an die Fach- oder Landesverbände wenden. Unser Netzwerk in Österreich ist gut. Einfach ausprobieren.“
Zwischen Medaillen und Momenten
Die Erwartungen an das Snowboard-Trio sind differenziert. Für den erfahrensten Athleten – René Eckhart, der 2022 sein Paralympics-Debüt gab – sieht Mayrhofer realistische Chancen auf eine Top-Platzierung, vielleicht sogar auf Edelmetall. „Ob es für eine Medaille reicht, weiß man nie. Bei Paralympics ist alles möglich.“ Für die Debütanten gehe es vor allem darum, Erfahrung zu sammeln und den Sport zu präsentieren.






































