Fotocredit: ©Oliver Kremer/DBS
Trauer um Dr. Karl Quade
Der internationale Para-Sport trauert um eine herausragende Persönlichkeit: Dr. Karl Quade ist im Alter von 71 Jahren nach schwerer Krankheit im Kreise seiner Familie verstorben. Mit ihm verliert die paralympische Bewegung einen prägenden Gestalter, einen leidenschaftlichen Fürsprecher und einen Menschen, der den paralympischen Gedanken über Jahrzehnte hinweg mit Überzeugung, Kompetenz und Menschlichkeit getragen hat.
Karl Quade war mit dem Österreichischen Paralympischen Committee eng verbunden und im regelmäßigen Austausch zur Entwicklung des paralympischen Sports bei DACH-Meetings, Generalversammlungen und vielen anderen Gelegenheiten.
Als aktiver Sportler war Karl Quade Mitglied der deutschen Nationalmannschaft im Standvolleyball. Bei den Paralympics 1988 in Seoul gewann er die Goldmedaille, bereits vier Jahre zuvor in New York die Silbermedaille. Auch nach dem Ende seiner sportlichen Laufbahn blieb er dem Leistungssport eng verbunden. Ab 1996 übernahm er bei den Spielen in Atlanta erstmals die Rolle des Chef de Mission und führte das deutsche Team in den folgenden Jahren zu großen Erfolgen.
Mehr als 770 Medaillen bei Sommer- und Winterspielen konnte Deutschland in seiner Zeit als Chef de Mission gewinnen. Darüberhinaus engagierte sich Karl Quade seit 1995 über drei Jahrzehnte als Vizepräsident des Deutschen Behindertensportverbandes, setzte wichtige Impulse im Leistungssport und trieb zwischen 1997 und 2003 auch als Sportdirektor des Europäischen Paralympischen Committees die internationale Entwicklung des Para-Sports maßgeblich voran.
Auch persönlich waren die Paralympics prägend für das Leben von Karl Quade, der am 6. Dezember 1954 in Essen mit einer angeborenen Fußdysmelie geboren wurde. Bei den Spielen 1984 in New York lernte er seine spätere Ehefrau Petra Quade, geborene Buddelmeyer, kennen. Die sechsfache Goldmedaillengewinnerin im Sprint und Weitsprung, darunter drei Goldmedaillen bei den Paralympics 1988 in Seoul, teilte mit ihm nicht nur die Leidenschaft für den Sport, sondern ein gemeinsames Leben im Zeichen der Paralympics. Das Paar hat zwei Kinder.
Neben seinem ehrenamtlichen und sportpolitischen Engagement blickte Karl Quade auf eine ereignisreiche berufliche Laufbahn zurück. Nach seinem Studium an der Deutschen Sporthochschule Köln, das er mit einer Promotion abschloss, war er unter anderem am Bundesinstitut für Sportwissenschaft als stellvertretender Direktor tätig sowie später als Referatsleiter in der Abteilung Sport des Bundesministeriums des Innern und für Heimat.
Das Österreichische Paralympische Committee mit Präsidentin Maria Rauch-Kallat und Generalsekretärin Petra Huber wird Dr. Karl Quade in herzlicher Erinnerung behalten und spricht der Familie sowie den Angehörigen seine aufrichtige Anteilnahme aus.




































