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Schmidt: „Wir wollen die Sichtbarkeit der Paralympics stärken“
Am 6. März werden die Paraylmpischen Winterspiele MILANO CORTINA 2026 feierlich in der Verona Arena eröffnet – und ganz Sport-Österreich blickt nach Italien. Wir haben Sport-Staatssekretärin MMag. Michaela Schmidt zuvor zum Interview getroffen und über den Stellenwert vom Behindertensport, Inklusion und die Medaillenchancen vom Paralympic Team Austria gesprochen.
Weniger als zwei Wochen nach der Schlussfeier der Olympischen Winterspiele Milano Cortina werden die Paralympischen Winterspiele am 6. März 2026 eröffnet. Wie blicken sie den beiden Großereignissen entgegen?
Staatssekretärin MMag. Michaela Schmidt: Mit großer Freude, gerade auch weil mit Italien unser Nachbarland ein Austragungsort ist. Das macht es auch für mich einfacher, die Olympischen Spiele und die Paralympischen Spiele zu besuchen und die Athletinnen und Athleten vor Ort anzufeuern.
Wie verfolgen Sie den Behindertensport in Österreich und was ist Ihnen wichtig?
Schmidt: Ich versuche schon einen guten Überblick zu haben, zum Beispiel über Gespräche mit Athlet:innen und Funktionär:innen, aber auch indem ich selbst Bewerben dabei bin. Und oft verfolge ich die Entscheidungen auch einfach vor dem Fernseher oder dem Handy. Als Salzburgerin habe ich auch eine gewisse Affinität zum Wintersport, da entgeht mir wenig.
Einer der Schwerpunkte des Sportbeirats im Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport ist Inklusion. Warum war Ihnen das wichtig und was soll umgesetzt werden?
Schmidt: Wir haben uns im Regierungsprogramm zum Ausbau der Inklusion im Sport bekannt. Dazu gehört die Repräsentanz und Sichtbarkeit des Behindertensports im ganzen Sport, ob es nun um Fernseh-Übertragungen oder Sport-Gremien geht – Wenn wir den Sport in seiner ganzen Vielfalt abbilden, können wir ihn auch in seiner ganzen Vielfalt unterstützen.
Speziell für den paralympischen Sport: Gibt es Ziele, die Sie in Ihrer Funktion erreichen wollen?
Schmidt: Mein Ziel wäre, dass wir die Paralympischen Spiele in ihrer Bedeutung und Sichtbarkeit Stück für Stück den Olympischen Spielen angleichen. Ich versuche daher auch immer, von den Olympischen und den Paralympischen Spielen in einem Atemzug zu sprechen. Und das Sportministerium fördert die Medienarbeit des ÖPC dieses Jahr mit einer größeren Summe, damit die Parasportler:innen auch die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen.
Mit der Familie Aigner oder Markus Salcher sind internationale Top-Stars im Paralympic Team Austria zu finden. In Peking widmeten Washington Post und New York Times den Aigners große Artikel. Wie wichtig sind solche Aushängeschilder?
Schmidt: Man kann die Bedeutung von Top-Sportler:innen gar nicht überschätzen – gerade wenn es darum geht, junge Menschen für den Sport bzw. für eine gewisse Sportart zu begeistern. Das gilt für den Spitzen-, aber auch für den Breitensport.
Welche Weichen können gestellt werden, um junge Menschen mit Behinderung zum Sport zu bringen?
Schmidt: Wir können insbesondere die Nachwuchsarbeit und die Bewegungsförderung schon in der Schule verbessern. Daher müssen wir bei Projekten wie der „Täglichen Bewegungseinheit“ den Behindertensport immer gleich von Anfang an mitdenken. Und wir haben ein riesiges Projekt mit dem Österreichischen Behindertensportverband laufen, bei dem wir über 1 Mio. Euro in die Bereitstellung und Ausbildung von Bewegungs- und Informations-Coaches investieren, die Menschen mit Behinderung zu Sport und Bewegung motivieren. Sie besuchen beispielsweise Schulen, Reha-Zentren und helfen auch bei der Suche nach dem passenden Sportangebot oder Verein.
Abschließend: Was trauen Sie dem Paralympic Team Austria in Milano Cortina zu?
Schmidt: Ich hoffe natürlich auf einige Medaillen für Österreich! Aber die Athletinnen und Athleten haben schon so viel geleistet, um überhaupt dabei sein zu können. Sie machen sich sicher schon genug Druck auch ohne große Erwartungen aus der Politik.






































