Fotocredit: ©ÖPC/GEPA-Pictures

Historische Medaillenausbeute für das Paralympic Team Austria

15. März 2026

Die XIV. Paralympischen Winterspiele MILANO CORTINA 2026 sind aus österreichischer Sicht beendet. Für das Österreichische Paralympische Committee (ÖPC) gehen die Spiele in die Geschichtsbücher ein – es sind die erfolgreichsten Winter-Paralympics seit der neuen Klasseneinteilung 2006. Mit 13 Medaillen (7x Gold, 2x Silber, 4x Bronze) wurde die bisherige Bestmarke von BEIJING 2022 (5x Gold, 5x Silber, 3x Bronze) übertroffen. Am Schlusstag verpassten die Para-Skifahrer im Slalom weitere Medaillen knapp, Österreich wird im Medaillenspiegel Rang fünf belegen.

„Wieder einmal hat sich gezeigt, was mit jahrelanger Arbeit, viel Einsatz und einer gewissen Portion Mut möglich ist. Wir sind stolz auf die Medaillengewinner:innen, aber auch auf alle anderen Athlet:innen. Medaillen sind nicht der einzige Erfolgsparameter, wir freuen uns mit allen, die ihre persönlichen Zielsetzungen erreichen konnten“, sagt ÖPC-Präsidentin Maria Rauch-Kallat. „Die Zielsetzung, zweistellig zu sein, haben wir deutlich übertroffen, wir können also hochzufrieden bilanzieren.

19 Athlet:innen haben Österreich in Cortina und Tesero vertreten. „Der Teamspirit war bereits bei den Events im Vorfeld großartig, hier hat sich das noch einmal gesteigert. Der Zusammenhalt im Team, der Austausch untereinander, die gemeinsamen Feiern im Österreich-Haus – alle Athlet:innen hätten sich eine Goldmedaille verdient“, so ÖPC-Generalsekretärin Petra Huber.

Die „Königin von Cortina“

Zur großen Abräumerin der Spiele avancierte Para-Skifahrerin Veronika Aigner, die fünf Medaillen in fünf Bewerben (4x Gold, 1x Silber) mit nach Hause nimmt. Und das, obwohl Schwester und Guide Elisabeth Aigner aufgrund einer schweren Knieverletzung kurz vor dem Beginn der Paralympics auf ein Antreten verzichten musste. „Wir haben versucht, das Beste daraus zu machen – dass es so aufgeht, hätte ich nicht erwartet.“

Die 23-jährige Niederösterreicherin wurde zur „Königin von Cortina“ und schrieb internationale Schlagzeilen – von Bild und BBC bis hin zu New York Times und Washington Post berichteten über sie. Aigner: „Es ist schon sehr cool, wenn so viel berichtet wird. Das ist eine schöne Begleiterscheinung der Erfolge – es wäre schon, wenn wir nicht nur alle vier Jahre ins Rampenlicht rücken. Der Para-Sport hätte sich so eine große Bühne viel öfter verdient.“

Keine Medaillen am Schlusstag

Bruder Johannes Aigner räumte mit dreimal Gold und einmal Bronze ebenfalls ab. Am Schlusstag verpasste er im Slalom als Vierter denkbar knapp seine fünfte Medaille: Bei starken Schneefall wurde er mit Guide Nico Haberl Vierter. „Der vierte Platz ist bitter und zeigt auch, dass eine Medaille nicht selbstverständlich ist. Das muss man sich leider trotzdem ein bisschen verinnerlichen, auch wenn es draußen noch nicht ganz angekommen ist. Wir wissen, dass wir im Slalom noch etwas Aufholbedarf haben. Grundsätzlich würde ich unsere Leistung gar nicht so schlecht bewerten.“

Der 20-Jährige hält nach zwei Paralympics bei neun Medaillen (5x Gold, 2x Silber, 2x Bronze) und zählt bereits jetzt zu den Allergrößten. „Wir können wieder einmal sehr zufrieden sein. In Peking waren es zwei Goldene, hier sogar drei. Die ersten Paralympics werden immer etwas Besonderes sein, aber MILANO CORTINA hat einen speziellen Platz in meinem Herzen. Was wir hier erlebt haben, auch mit den Feiern im Österreich-Haus, war unbeschreiblich.“

Grochar: „Tutto kaputto“

Ebenfalls erstmals Edelmetall gewann Thomas Grochar – allerdings bei seinen vierten und letzten Paralympics. „Ich wollte immer wissen, wie sich das anfühlt. Die Hoffnung auf eine Medaille habe ich nie aufgegeben, ich bin immer drangblieben und wurde belohnt.“ Im abschließenden Slalom belegte er in der stehenden Klasse Rang fünf. „Der erste Durchgang war einfach nicht gut genug. Ich habe im zweiten Lauf noch einmal alles probiert, aber die Konkurrenz ist einfach sehr stark“, so der Kärntner. „Insgesamt war es eine wunderschöne Zeit, die ich sicher nie vergessen werde. Aber jetzt bin ich auch ziemlich müde – auf Italienisch gesagt: ‚tutto kaputto.‘“

Über ihre ersten Paralympics-Medaillen jubelte auch Elina Stary, am Ende wurden es zwei Silberne und eine Bronzene. „Vor vier Jahren war ich schon froh, überhaupt dabei zu sein. Jetzt stehe ich mit drei Medaillen hier, das ist surreal. Diese Spiele geben mir sehr viel Motivation, in vier Jahren will ich unbedingt wieder dabei sein.“

Die Medaillengewinner:innen erhalten folgende Medaillenprämien vom ÖPC: 15.000€ für Gold, 13.000€ für Silber und 11.000€ für Bronze – die Guides jeweils die Hälfte.

Bei der Schlussfeier am Sonntagabend (20:30 Uhr, live auf ORF Sport+) werden die XIV. Paralympischen Winterspiele MILANO CORTINA 2026 offiziell beendet, Veronika und Johannes Aigner führen das Paralympic Team Austria als Fahnen-Duo an. Am Donnerstag (11 Uhr, live auf ORF Sport+) wird das Paralympic Team Austria in der Hofburg von Bundespräsident Alexander Van der Bellen empfangen.

 

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