Fotocredit: ©ÖPC/Johannes Friedl
„Hätte er mich angerufen…“
Christina Obwexer und Sebastian Rigby haben vieles gemeinsam. Sowohl die Osttirolerin als auch der Salzburger sind Para-Skifahrer in der sitzenden Klasse, beide sind erst seit wenigen Jahren aktive Rennfahrer – und für beide steht mit den Paralympischen Winterspielen MILANO CORTINA der erste Auftritt auf der größten Wintersportbühne im Para-Sport an.
Erstmals wurden Obwexer und Rigby – ebenso wie Langläufer und Biathlet Stefan Egger-Riedmüller, Snowboarder Oliver Dreier und Markus Schmidhofer sowie Ski-Ass Laura Streng – vom ÖPC für die Paralympics nominiert und eingekleidet. Sechs Tage vor der offiziellen Nominierung schnupperte das Septett bei der Einkleidung in der Salzburger Red Bull Arena erstmals ein wenig Paralympics-Flair.
Mit einem mulmigen, aber keineswegs negativen Gefühl reiste Obwexer, die in der Arena zuvor schon Fußballspiele besucht hatte, in den Fußball-Tempel. „Ich war ein bisschen nervös, aber das war einfach die Vorfreude“, so die 40-Jährige. „Als ich hereingekommen bin, war ich überwältigt. Ich konnte nicht glauben, dass wir von AlphaTauri ausgestattet werden und die Sachen auch noch behalten dürfen“, schwärmte das Ski-Ass.
Ähnlich erging es Rigby. „Das Equipment ist superklasse, angenehm zu tragen. Einfach ein lässiges G’wandl!“ Für den 27-Jährigen waren die Tage in Salzburg mit Einkleidung und Team-Workshop zugleich ein Vorgeschmack auf das, was ihn in MILANO CORTINA erwartet. „Ich bin wegen dem Rundherum sicher mehr aufgeregt als beim Skifahren. An die Interviews muss ich mich noch gewöhnen, das muss ich wahrscheinlich auch trainieren“, lacht der Thalgauer. „Normalerweise sieht man die Paralympics im Fernsehen. Und jetzt sind wir vielleicht mittendrin statt nur dabei“, sagt auch Obwexer.
Beide können jedenfalls ohne großen Druck in die Spiele gehen. „Ich will einfach nur mein Bestes geben“, so Rigby, der seit sieben Jahren infolge eines Rückenmarksinfarkts auf den Rollstuhl angewiesen ist – und sich anschließend gemeinsam mit seinem Vater das Fahren mit dem sogenannten Monoskibob in Eigenregie beibrachte. Ob dieser Anekdote zeigt sich seine Teamkollegin Obwexer beeindruckt: „Wahnsinn, dass er so schnell Rennfahrer geworden ist.“ Nachsatz mit Augenzwinkern: „Aber er hätte mich auch einfach anrufen können“, so die Athletin aus Matrei, die nach ihrer unfallbedingten Querschnittslähmung die Ausbildung zur Skilehrerin für Monoskibob absolvierte und bis heute Kurse leitet.
Die Wege der beiden kreuzten sich schließlich auch ohne Anruf – und führen sie nun gemeinsam nach Italien.






































