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Déjà-vu auf der Tofana: Aigner holt vierte Medaille im vierten Bewerb
Johannes Aigner hat bei den Paralympischen Winterspielen MILANO CORTINA 2026 im Riesentorlauf seine dritte Goldmedaille gewonnen – und dabei ein echtes Déjà-vu erlebt. Gemeinsam mit Guide Nico Haberl drehte der Niederösterreicher im zweiten Durchgang das Rennen und fing Lokalmatador Giacomo Bertagnolli mit Laufbestzeit noch ab.
„In dieser Situation musst du im zweiten Durchgang voll attackieren. Da gibt es kein taktieren. Da heißt es einfach: alles riskieren und Vollgas fahren.“, so Aigner. Gesagt getan. Nach dem ersten Lauf lag Aigner auf der Tofana 46 Hundertstelsekunden hinter dem Italiener auf Rang zwei. Doch im Finale zündete das rot-weiß-rote Duo den Turbo: Mit Laufbestzeit im zweiten Durchgang setzte sich Aigner an die Spitze und gewann am Ende mit 34 Hundertstelsekunden Vorsprung. Rang drei ging an den Polen Michal Golas.
„Ich bin sehr zufrieden mit unserer Leistung heute und extrem glücklich über die Medaille. Das war ein super Lauf – und bis zum Schluss spannend“, sagte Aigner nach dem Rennen. Vor allem der zweite Durchgang gelang deutlich besser: „Im zweiten Lauf ist es wesentlich besser gegangen. Ich habe ein bisschen Peking-Déjà-vu gehabt – da war es ähnlich.“
Bei den Paralympischen Winterspielen BEIJING 2022 lag Aigner nach dem ersten Durchgang in Yanqing als Zweiter noch 1,03 Sekunden hinter Bertagnolli – und holte wie auf der Tofana am Ende Gold.
„Die Messe ist noch nicht gelesen“
Besonders nervenaufreibend wurde es beim Blick auf die Fahrt seines schärfsten Konkurrenten: „Während seiner Fahrt habe ich mir gedacht: Ich muss schauen, ob meine Unterhose eh noch weiß ist“, scherzte Aigner. „Ich glaube, zum Zuschauen war das auch ganz cool.“
Für Aigner und Haberl ist es bereits die dritte Goldmedaille bei diesen Spielen, insgesamt die vierte Medaille. Und der 20-Jährige will noch mehr: „Morgen trainieren wir Slalom. Da schauen wir, was in der Kombination nicht gepasst hat, und werden das noch verfeinern.“ Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: „Die Messe im Paralympischen Dorf haben wir zwar schon gehabt – aber gelesen ist sie noch nicht.“
Auch Guide Nico Haberl ist nach der vierten Medaille im vierten Bewerb emotional: „Wahnsinn. Ich habe am ganzen Körper gezittert. Ich habe einfach nur gehofft und gebetet, dass es sich ausgeht. Dass es dann noch einmal so spannend wird und am Ende wirklich reicht – dieses Gefühl kann einem niemand mehr nehmen. Das ist unglaublich. Wir sind einfach überglücklich. Das ist der schönste Sieg, den ich je mit Johannes feiern durfte.“
Ebenfalls stark präsentierte sich Michael Scharnagl, der mit Guide Lilly Sammer nach einem starken zweiten Durchgang Rang sieben belegte und damit zweitbester Österreicher wurde.






































