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Alle fünfe! Veronika Aigner ist die Königin von Cortina
Was für ein Finale für die Damen des Paralympic Team Austria bei den Paralympischen Winterspielen MILANO CORTINA 2026! Para-Skifahrerin Veronika Aigner krönt sich mit Gold im Slalom endgültig zur Königin von Cortina. Die Niederösterreicherin gewinnt mit Guide Eric Digruber nach zweimal Laufbestzeit und holt damit fünf Medaillen in fünf Bewerben – vier davon glänzen in Gold. Komplettiert wird der rot-weiß-rote Jubel durch Elina Stary, die mit Guide Stefan Winter Silber holt und damit ihre dritte Medaille im vierten Bewerb einfährt.
Aigner dominierte mit Digruber vor den Augen ihrer Familie und den engsten Bezugspersonen den Slalom auf der Tofana in beiden Durchgängen und setzte sich am Ende mit 4,04 Sekunden Vorsprung vor der erst 19-jährigen Stary durch. Bronze ging an die Slowakin Alexandra Rexova. Mit diesem Triumph schreibt Aigner endgültig Paralympics-Geschichte: Vier Goldmedaillen bei einer Ausgabe und insgesamt sieben Paralympics-Medaillen bei sieben Paralympics-Starts in ihrer Karriere machen sie nicht nur zur herausragenden Athletin dieser Spiele, sondern zu einer der größten Para-Skifahrerin seit der Umstellung der Klassen auf das aktuelle System im Jahr 2006.
„Es war ein Wahnsinnsgefühl. Das war ein Slalom für die Seele – und einer, der mir immer in Erinnerung bleiben wird“, sagte Aigner nach ihrem Triumph im letzten Slalom ihrer Karriere – bereits zuvor hatte sie angekündigt, die Slalom-Ski aufgrund von Knieschmerzen danach an den Nagel zu hängen. Im Zielbereich ging Digruber auf die Knie und huldigte der vierfachen Goldmedaillengewinnerin, die vier Österreicher:innen fielen sich in die Arme. Aigner: „Da bin ich wirklich emotional geworden. Das war eine riesige Ehre. Wir haben dann noch das Publikum angeheizt und es wurde immer lauter – einfach schön!“
Dass sie mit zwei verschiedenen Guides zu diesen Erfolgen fuhr, macht die Bilanz für die 23-Jährige noch außergewöhnlicher. Gold in Abfahrt und Kombination sowie Silber im Super-G gewann sie mit Lilly Sammer, Gold in Riesentorlauf und Slalom mit Eric Digruber. „Mit so einer Ausbeute hätte ich nie gerechnet. Durch die Verletzung von Elisabeth und den Guide-Wechsel waren die Erwartungen etwas gedämpft. Aber Eric und Lilly haben mir unglaublich viel Vertrauen gegeben – und ich werde ihnen für immer dankbar sein.“
Auch Digruber war nach der Mission „Volle Attacke“ überwältigt: „Unglaublich, dass das alles so funktioniert hat. Vroni hat schon mit Lilly gewaltig abgeliefert, dass wir jetzt gemeinsam so einen Schlusspunkt setzen konnten, ist unfassbar schön.“
Silber-Stary: Dritte Medaille im vierten Bewerb
Für Elina Stary wurde der Slalom ebenfalls zum emotionalen Höhepunkt der Spiele. Mit Silber sorgte die Kärntnerin gemeinsam mit Guide Stefan Winter für einen österreichischen Doppelsieg. „Ich freue mich unheimlich, dass wir eine Doppelführung geschafft haben“, sagte die 19-Jährige. „Darauf kann man aufbauen. Wenn ich an vor vier Jahren denke – das ist eine ganz andere Welt.“
Mit drei Medaillen (1x Silber, 2x Bronze) bei ihren zweiten Paralympischen Winterspielen zog Stary ein glückliches Fazit: „Ich bin sehr zufrieden und dankbar für diese unglaubliche Erfahrung. Die Atmosphäre hier war etwas ganz Besonderes – gefühlt waren auf der Tribüne nur Fans von Vroni und mir.“
Guide Stefan Winter unterstrich die starke Teamleistung: „Wir können extrem zufrieden sein mit dem Verlauf dieser Spiele. Es ist von Rennen zu Rennen immer besser geworden. Ein riesengroßes Danke an alle Trainer, Physios, das ganze Team und die Fans – diese Bühne verdient unser Sport. Allen, die sich die Tofana runtergestürzt haben, gebührt Respekt.“
Für Stary geht es nach den Paralympics zurück auf die Schulbank. „Nächste Woche muss ich Englisch-Schularbeit nachholen – davor bin ich nervöser als vor allen Paralympics-Rennen.“
Prominente Zaungäste
In der stehenden Klasse belegte Laura Streng bei ihren ersten Paralympics Rang 15, Christina Obwexer jubelte bei ihrem Paralympics-Debüt nach Platz acht im Riesentorlauf als Zehnte über das zweite Top-10-Ergebnis.
Unterstützt wurde das Paralympic Team Austria am Samstag in Cortina von prominenten Zaungästen. Neben der ÖPC-Spitze um Präsidentin Maria Rauch-Kallat und Generalsekretärin Petra Huber drückten Sport-Staatssekretärin Michaela Schmidt, ÖOC-Präsident Horst Nussbaumer und Sport-Austria-Vizepräsident Thomas Reichenauer die Daumen.
Das Paralympic Team Austria hält vor dem Schlusstag bei 13 Medaillen (7x Gold, 2x Silber, 4x Bronze).






































