Fotocredit: ©Drew Kaplan/Cycling Austria
Regenbogen nach dem Regen: Franz-Josef Lässer ist wieder Weltmeister
Franz-Josef Lässer schlüpfte bei den Para-Cycling-Bahnweltmeisterschaften im niederländischen Apeldoorn (29. Oktober bis 1. November) erneut ins Regenbogentrikot. Der 25-jährige Steirer gewann im letzten seiner drei Einsätze das Scratch-Rennen. Zuvor hatte er Bronze im Ausscheidungsrennen geholt, im Sprint fehlten ihm 41 Tausendstel auf den Finaleinzug.
Der Titel kam nach Tagen, an denen wenig nach Plan lief. Lässer: „In den letzten Tagen ist echt viel schiefgelaufen, zum einen die Rennen, zum anderen kämpfte ich auch mit Magenproblemen. Dennoch hat jetzt im Scratch alles gepasst.“ Vor einem Jahr war er in dieser Disziplin noch Vierter geworden, nachdem er zuvor drei Medaillen gewonnen hatte.
Kette weg, trotzdem Bronze
Im Ausscheidungsrennen am Freitag kostete eine heruntergefallene Kette Lässer womöglich den Titel. Er zeigte den Defekt der Jury an, die entschied jedoch, dass es bei weniger als vier Fahrern keine Neutralisation gibt. In der vorletzten Elimination war der Österreicher damit chancenlos. „Das ist natürlich bitter. Mir ist die Kette heruntergeflogen, was mich ärgert. Auf der anderen Seite muss ich halt froh sein, dass sich überhaupt noch eine Medaille ausgegangen ist, denn passiert mir das eine Runde früher, bin ich Vierter“, sagte Lässer.
Im Sprint am Samstag schaffte er als Siebter der Qualifikation den Sprung unter die besten neun. Die wurden auf drei Semifinalläufe aufgeteilt, nur die Laufsieger erreichten das Finale. „Ich habe mir etwas schwer getan, da ich viele der Gegner noch gar nicht kannte. In meinem Semifinallauf bin ich von der letzten Position weggesprintet, habe mich aber mit dem Windschatten etwas verpokert, und es reichte schlussendlich nicht“, so Lässer, der in der Endabrechnung auf Rang sieben geführt wurde.
Eine Runde voraus
Im Scratch nahm Lässer das Heft selbst in die Hand: „Ich habe versucht, das Rennen schnell zu halten, weil ich befürchtete, dass speziell die Niederländer attackieren, wenn das Tempo zu niedrig ist. Wir konnten dann zu viert ein erstes Loch aufreißen und haben fast das halbe Rennen benötigt, um die Plusrunde herauszufahren.“
Im Finale griff er noch einmal an. Lässer: „Ich wusste, dass ich noch einmal gehen musste. Jeder war am Limit und keiner ist mehr mitgekommen. Ich bin gefahren und wusste, ich muss durchhalten. Die Stimmung in der Halle war fantastisch und alle haben geschrien.“ Er hielt den Abstand auf das Feld bis über den Zielstrich, nahm mit Tränen in den Augen die rot-weiß-rote Fahne und fuhr unter dem Applaus des Publikums eine Ehrenrunde. Die Kette blieb diesmal, wo sie hingehört.







































