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Tokyo-Startschuss für ottobock bereits erfolgt

Die Paralympics 2020 in Tokyo rücken in großen Schritten näher. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von ottobock ist der Startschuss bereits gefallen.
Die Werkbänke für die Servicestationen in der asiatischen Millionenmetropole wurden bestückt, im März gehen die Container von Hamburg aus auf dem Seeweg nach Japan.

Kühl ist es in der angemieteten Halle im Gieboldehäuser Industriegebiet. Dort, wo vorher ein Discounter Lebensmittel verkauft hat, stehen jetzt – auf einem kleinen Teil der Ladenfläche – 27 Werkbänke. Drei Männer bestücken jede Schublade mit neuem Werkzeug, legen die etwa 5500 Teile in die Schaumstoff-Einleger, sodass gewährleistet ist, dass alles in Tokio noch so liegt, wie es im Eichsfeld verpackt wurde.

„Die Werkbänke bleiben anschließend in Tokyo, die werden an unsere dortige Niederlassung verkauft“, berichtet Andre Müller, der, gemeinsam mit Peter Franzel, als Organizing Director die Gesamtverantwortung für den Einsatz in der japanischen Metropole während des sportlichen Großereignisses hat. Drei große Container werden befüllt. Neben den eingerichteten Werkbänken werden 17.300 Ersatzteile verladen. Alles zusammen hat ein Gewicht von etwa 18 Tonnen. Spätestens Mitte März, wahrscheinlich schon etwas eher, verlässt das Schiff mit den Containern Hamburg mit Ziel Tokyo.

100 MitarbeiterInnen vor Ort

32 Tage wird die Fracht auf See sein, etwa eine Woche rechnen die Verantwortlichen für die Zollformalitäten. Zwischen dem 11. und 15. Mai muss alles im Olympischen bzw. Paralympischen Dorf angekommen sein. Dort wird das Material eingelagert. Direkt nach den Olympischen Spielen wird die Werkstatt für die Paralympics im Dorf aufgebaut, außerdem wird es noch zwölf Satelliten-Werkstätte an den verschiedenen Wettkampf-Standorten geben.
Einige Anschaffungen übernehmen die japanischen ottobock-MitarbeiterInnen. Weil dort die Stromspannung eine andere ist als in Deutschland werden Lötkolben, Kompressoren und Schlagbohrmaschinen vor Ort besorgt.

Etwa 100 ottobock-MitarbeiterInnen sollen in Tokyo vor Ort sein und den Athletinnen und Athleten helfen. „Wir sind ein internationales Team mit Mitarbeitern aus 30 Ländern, die 26 verschiedene Sprachen sprechen“, berichtet Müller. Es gab 300 Bewerbungen weltweit, auch von wichtigen Kunden des Unternehmens, die ihr Knowhow zur Verfügung stellen.

Ein großer Teil der Mitarbeiter kommt immer aus dem Gastgeberland, aber auch die zukünftigen Ausrichterländer China (Winter-Paralympics in Peking 2022) und Frankreich (Sommer-Paralympics in Paris 2024) sind unter den 100 Servicekräften stärker vertreten. Angesichts der verschiedenen kulturellen Hintergründe gehören Männer und Frauen dem Team an. „So können Frauen dann auch Frauen helfen, wenn Männer nicht unbedingt erwünscht sind“, sagt ottobock-Unternehmenssprecherin Merle Florstedt.

Kostenlose Serviceleistungen für AthletInnen

„Ein Großteil sind erfahrene Mitarbeiter, wir verlassen uns auf deren Kenntnisse. Aber auch Neubewerber sind dabei. Das ist ein gesunder Mix und sehr spannend“, erzählt Müller. Sie alle müssen schnell und effizient arbeiten und auch einmal unkonventionelle Lösungen finden, wenn die herkömmlichen nicht funktionieren. Die MitarbeiterInnen sind nicht nur für das Sport-Equipment der AthletInnen zuständig, sondern auch für deren Alltagsausrüstung.

„Es hilft ja keinem Athleten, wenn er nicht zu seinem Wettkampfort kommt, weil der Alltags-Rollstuhl nicht funktioniert“, sagt Florstedt. Die Serviceleistungen sind für alle AthletInnen vor Ort kostenlos. Es sei auch irrelevant, was für Fabrikate sie mitbringen. „Wir haben auch eine kleine Menge Ersatzteile von Mitbewerbern dabei“, fügt die Unternehmenssprecherin an.

Müller rechnet, angesichts der erwarteten Hitze in Tokyo, vor allem mit vielen Reifenwechseln bei den Rollstuhlfahrern. Rollstuhlbasketball, -rugby und -tennis seien die wartungsintensivsten Sportarten, berichtet Julian Napp, der sich die Aufgaben des Technischen Direktors für die Paralympics in Tokyo mit einem Japaner teilt.
Viel zu tun gebe es immer kurz nach der Bekanntgabe der Fahnenträger – meistens zwei Tage vor der Eröffnungszeremonie, bei der auch immer Service-MitarbeiterInnen vor Ort sind.

Von 7 bis 23 Uhr geöffnet

„Wenn die Fahnenträger Rollstuhlfahrer sind, müssen wir eine spezielle Halterung am Rollstuhl anbauen, weil die Sportler ja nicht gleichzeitig anschieben und halten können“, sagt Napp. Entsprechend bevorratet ist das Team. „Die Halterungen sind uns noch nie ausgegangen“, ergänzt Müller.

In zwei Schichten wird zwischen 7 und 23 Uhr gearbeitet, über eine Notfall-Hotline ist das Team aber rund um die Uhr erreichbar. „Das ist aber erst einmal genutzt worden, als eine Frau angefahren wurde. Sie bekam dann zunächst einen Ersatz-Rollstuhl, um ihren eigenen haben wir uns dann in Ruhe am nächsten Tag gekümmert“, berichtet Napp. Der Gerblingeröder hat seit Sotchi 2014 die Technische Leitung inne und blickt insgesamt auf die Erfahrung von drei Sommer- und zwei Winter-Paralympics zurück.

Etwa zwei Kilometer von der Hauptwerkstatt werden alle Mitarbeiter in einem Hotel untergebracht. „In Rio haben wir immer nach Feierabend vor dem Hotel auf einer langen Mauer gesessen und eine Flasche Bier zusammen getrunken. Das war ein Durcheinander von Sprachen – auch wenn Englisch die Hauptsprache ist, wird doch viel mit Händen und Füßen geredet“, erinnert sich Müller. „Und es war ein beeindruckendes Bild, weil alle ihre Firmen-T-Shirts auch nach Feierabend noch trugen. Das war eine farblich einheitliche Reihe“, ergänzt Florstedt.

Über 30 Jahre Erfahrung

Nachhaltigkeit über die Spiele hinaus gebe es unter den MitarbeiterInnen, die anschließend weiter kommunizieren und über die sozialen Medien oder andere Kommunikationswege Kontakt halten – auch, um an Problemlösungen zu arbeiten.

Von vier australischen Technikern in einem Pavillon-Zelt 1988 in Seoul bis zu der heutigen Größe hat sich das Engagement von ottobock bei den Paralympics über 30 Jahre hinweg entwickelt. Müller ist seit Peking 2008 dabei, hat miterlebt, dass immer mehr Sportarten ins Programm aufgenommen werden und das Medieninteresse stetig zugenommen hat. „Die Paralympics sind in den Medien etabliert. Seit London 2012 ist die mediale Aufmerksamkeit sehr groß – auch was das ottobock-Engagement betrifft“, sagt Florstedt.

Vor allem bevor die Wettkämpfe und die Berichterstattung darüber beginne, schauen die verschiedenen Fernsehsender vorbei und drehen Reportagen über die Serviceleistungen. Für die MitarbeiterInnen haben die Spiele bereits begonnen.

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