Startseite » News » Noch lange nicht am Zenit

Bei einem Sprung ins Wasser brach sich Andreas Ernhofer 2014 aufgrund der Wasseroberflächenspannung drei Halswirbeln und sitzt seitdem im Rollstuhl. Seine große Leidenschaft, den Sport, wegen dieser Behinderung aufzugeben, war für den Niederösterreicher nie eine Option. Drei Jahre später ist er EM-Bronzemedaillengewinner und hat die Quali-Zeit für die paralympischen Spiele 2020 unterboten. Nun erzählt er über seine Geschichte, Erfolge und Erwartungen für die nächsten Jahre.

Neben drei aufeinanderfolgenden Staatsmeistertiteln im Rollstuhlrugby entdeckte er seine Leidenschaft für das Schwimmen. Diese Leidenschaft musste sich allerdings noch etwas gedulden. Ernhofer war es ein großes Anliegen, vorerst die Matura abzuschließen und stellte den Sport fürs erste hinten an.

 

Training mit Weltmeisterin

Im Sommer 2016 stieg er endgültig ins Schwimmtraining ein. Mit dabei war auch Sabine Weber-Treiber, die eine unglaublich wichtige Rolle für ihn spielte. „Ohne Sabine hätte ich diesen Sport womöglich nie ausgeübt. Gerade zu Beginn hat sie mir enorm viel Sicherheit und Stabilität bei den Wettkämpfen gegeben, was für mich in meiner Anfangszeit sehr wichtig war“, meint Ernhofer.

Die Weltmeisterin trainiert des Öfteren mit ihm. „Wenn wir gemeinsam trainieren, bringt das für uns beide Vorteile mit sich. Gerade bei den schnelleren Einheiten pushen wir uns gegenseitig zu Höchstleistungen. Das macht total viel Spaß und wirkt sich positiv auf unsere Wettkämpfe aus“, lobt Ernhofer die Zusammenarbeit mit seiner Trainingspartnerin.

 

Nach EM-Medaille nun WM-Edelmetall?

Nach zwei Jahren Schwimmtraining gewann der Deutsch-Wagramer völlig überraschend die Bronzemedaille bei der Europameisterschaft 2018 (50m Brust). „Als ich nach dem Anschlag auf die Leinwand blickte und ich den 3. Platz erkennen konnte, spielten meine Gefühle verrückt. Es war eine Mischung aus Freude und Stolz“, sagt Ernhofer rückblickend über seine Bronzemedaille. „Dieser überraschende Erfolg hat mir einen großen Motivationsschub für die anschließende Zeit mit auf den Weg gegeben.“

Von 9. bis 15. September findet mit der Schwimm-WM 2019 in London das nächste große Highlight seiner jungen Karriere statt. „Die Vorfreude ist riesig. Die Möglichkeit, mich mit den besten Schwimmern der Welt messen zu können, bedeutet mir sehr viel. Der Finaleinzug wäre ein toller Erfolg. Alles was darüber hinaus geht wäre eine Überraschung“, schätzt Ernhofer seine Chancen ein.

 

Großer Traum Paralympics-Medaille

„Mein großer Traum ist eine Medaille bei den Paralympics. Ob ich mir diesen bereits 2020 erfüllen kann, steht noch in den Sternen. Ich habe bereits vor meinem Unfall von den Spielen geträumt – dass es nun wirklich Realität wird, ist eine super Sache.“ In seiner Entwicklung sieht Ernhofer noch viel Verbesserungspotential: „Meine Zeiten in den Trainings und Wettkämpfen werden immer besser und ich bin absolut davon überzeugt, dass ich meinen Leistungszenit noch lange nicht erreicht habe. Das stimmt mich für meine weitere Karrierelaufbahn sehr positiv.“

Neben seiner aktiven Sportkarriere studiert Ernhofer an der TU Wien und trägt bei der Feuerwehr Deutsch-Wagram die Verantwortung für die Öffentlichkeitsarbeit. „Mit meinem Studium baue ich mir ein zweites Standbein auf, denn eine Sportlerkarriere ist zeitlich begrenzt. Die Feuerwehr gibt mir persönlich total viel zurück. Nach meinem Unfall haben die Leute mich begeistert und motiviert, weiterhin Sport auszuüben und dafür bin ich ihnen sehr dankbar. Einfach eine tolle Sache, die für mich, in der Zeit direkt nach dem Unfall, sehr wichtig war.“

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