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„Bei den Paralympics kann am Tag X alles passieren!“

Die Form stimmt. Das hat Yvonne Marzinke bei der Bahn-WM in Kanada eindrucksvoll unter Beweis gestellt. Persönliche Bestzeiten. Nur ganz knapp an einer Medaille vorbei.

„Das war ein richtig guter Saisonauftakt“, freut sich die Radfahrerin, die nach einem kurzen Zwischenstopp in Österreich nun ihre Zelte in Südafrika aufgeschlagen hat. Im Trainingslager arbeitet die 43-Jährige an der Grundlagenausdauer, sammelt Kilometer für ihre Paralympics-Premiere.

Im Interview spricht Yvonne Marzinke über ihren Formaufbau Richtung Tokio, ihre Ziele und Träume und sie verrät, warum das Olympiazentrum Salzburg/Rif in ihrem Paralympics-Countdown eine wichtige Rolle spielt.

Yvonne, wo erreichen wir dich gerade?

Yvonne Marzinke: Ich bin gerade auf Trainingslager in Südafrika, bin am Dienstag gelandet. Der erste Eindruck ist gewaltig. Heute bin ich dreieinhalb Stunden gefahren, die Straßen, das Wetter, die Bedingungen, einfach alles top – ich freue mich auf die insgesamt zwei Wochen hier.

Was hat den Ausschlag für Südafrika gegeben?

Marzinke: In erster Linie das Klima. Es ist doch noch relativ früh in der Saison und die klassischen Destinationen wie zum Beispiel Mallorca sind um diese Jahreszeit in Sachen Wetter eher Wackelkandidaten.

Und das Selbstvertrauen sollte auch passen, Stichwort Bahn-WM?

Marzinke: Ich bin wirklich sehr zufrieden, die Zeiten – drei Mal persönliche Bestzeit – waren wirklich super. Der Weg stimmt, auch schon für die Paralympics in Tokio, die Kurve zeigt steil nach oben, vor allem wenn man bedenkt, dass ich eigentlich erst seit kurzer Zeit als Profi unterwegs bin. Darf ich mich bedanken?

Aber klar doch, schieß los!

Marzinke: Danke an das Bundesheer und das Olympiazentrum Salzburg-Rif. Die Unterstützung und Betreuung ist wirklich top, ich kann mich voll und ganz auf meinen Sport und meine Entwicklung fokussieren und konzentrieren. Ich bin auf einem super Weg und freue mich auf alles, was da in den nächsten Monaten noch kommt.

Stimmt es, dass du teilweise auch im Olympiazentrum lebst?

Marzinke: Streckenweise. Ich wohne zwar in Mondsee, das sind zwar nur 45 Minuten Fahrzeit, aber der Fokus ist ein ganz anderer, wenn man dort ist. Und ich kann auch viel besser regenerieren. Zudem gibt es die Möglichkeit, sich mit Athletinnen und Athleten aus anderen Sportarten auszutauschen – und natürlich quälen wir uns ab und zu auch gemeinsam.

Zurück nach Südafrika, was sind die Schwerpunkte im Trainingslager?

Marzinke: Nach den wirklich intensiven Tagen und Wochen auf der Bahn arbeite ich jetzt an der Grundlage. Also ruhige, lange Einheiten, Kilometer sammeln – und sicher auch ein paar tolle Eindrücke. Aber alles ohne hohe Intensitäten.

Wie intensiv beschäftigen dich die Paralympics bereits, immerhin sind es nicht einmal mehr sechs Monate?

Marzinke: Wahnsinn, wie die Zeit vergeht, es ist nicht einmal mehr ein halbes Jahr bis zu den Sommerspielen. Unglaublich, dass der Radsport vor zweieinhalb Jahren noch ein Hobby von mir war und ich einen Vollzeitjob hatte – und jetzt stehe ich so kurz vor meiner Paralympics-Premiere.

Was bedeutet das für dich?

Marzinke: Das ist das Größte, was man als Sportlerin erreichen kann. Ich versuche, wie vorhin schon gesagt, meinen Weg bis zu den Spielen zu genießen. Natürlich mache ich mir auch ein bisschen Druck, aber vor allem interessiert mich auch, was in diesen sechs Monaten noch möglich ist.

Welche Erwartungen hast du an Tokio, an die Spiele?

Marzinke: Es wird ein Riesen-Event, ein Riesen-Spektakel und vor allem ein riesiges Erlebnis. Ich freue mich darauf, mich mit den Besten der Welt zu messen. Wichtig wird sein, in dieser Millionenstadt den Fokus nicht zu verlieren, auch wenn dort sicher alles imposant ist. Aber das Rundherum ist bis nach meinem letzten Rennen zweitrangig.

Auf dich wartet in Tokio ein intensives Programm?

Marzinke: Ja, und ich freue mich darauf. Ich werde vier Starts haben, zwei auf der Bahn und zwei auf der Straße. Ich habe vor der Bahn-WM einen neuen Rahmen bekommen, tüftle viel am Material.

Wie sieht es mit deinen Zielen aus?

Marzinke: In erster Linie möchte ich meine Bestleistung abrufen. Was dann im Endeffekt für mich herausschaut, werden wir nach den Rennen sehen. Ich tue mir aktuell noch schwer, das einzuschätzen, weil es auch ein paar Faktoren gibt, die bei Paralympics vielleicht noch mehr wirken. Aber man weiß auch, dass am Tag X alles passieren kann, auch eine Überraschung. Vielleicht klappt es ja sogar mit einer Medaille.

Was steht auf deiner „Road to Tokyo“ noch auf dem Programm?

Marzinke: Für nach dem Trainingslager waren eigentlich zwei, drei Europacup-Rennen geplant, zwei davon sind aber in Italien. Da müssen wir abwarten, wie sich die ganze Sache mit dem Corona-Virus entwickelt. Ein Highlight ist sicher die Straßen-WM im Juni in Belgien, bis dahin werde ich jedenfalls ganz viel auf der Straße unterwegs sein.

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